09.08.2006

Wo südfranzösische Lebensart ihre Feste feiert

Wo südfranzösische Lebensart ihre Feste feiert

Schriesheim/Uzès. Das Leben genießen, den Alltag vergessen: Jahresfahrt des Partnerschaftsvereins nach Uzès am Wochenende der "Fête votive"

Straßenmusik, farbenfrohe Festumzüge und Artisten prägen die fünf Tage der "Fête votive" in Uzès. Die Cafés verlegen ihr Interieur auf die Straßen. So ist man auch beim kulinarischen Genuss ganz nah dran am Geschehen. Spannend: Ein Herzstück der "Fête votive" ist das Stiertreiben. Die Reiter der Camargue lenken die Stiere in wildem Galopp über den abgesperrten Boulevard. Fotos: Nadja Müller
Von Nadja Müller

"Ihr seid in 22 Jahren der verschlafenste Bus", bemerkte der Partnerschaftsvereinsvorsitzende, Horst Schütze, bei der Hinfahrt. Kein Wunder. Denn 50 der 53 Partnerschaftsreisenden kletterten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 1 Uhr in den Bus, um zur Jahresfahrt nach Uzès aufzubrechen. Einer der Höhepunkte der Tour, die am Montagabend zuende ging, war sicherlich der Besuch der "Fête votive" in Schriesheims Partnerstadt.

Die nächtliche Stunde für die Hinfahrt hatte Organisator Schütze angesetzt, um den Staus zu Ferienbeginn aus dem Weg zu fahren. Und während manche versuchten, in den Sitzen zu schlafen und Stamm-Busfahrer Rolf Farrenkopf während der ersten Rast fragten, ob sein Bus geschrumpft sei, köpften andere die erste Sektflasche. So schläft sich’s leichter. Auf der Rückbank hatten es sich die drei "Heidelberg Jazzmen" (Schütze: "Hinten sitzen die Chaoten") eingerichtet, sozusagen die Hausband des Partnerschaftsvereins. Sie erspielten sich die Reise in den Süden Frankreichs mit ihren Auftritten – auch für die Uzèsfahrer am letzten Abend in der "Taverne": Im mediterranen Innenhof des Restaurants spielten die Musiker Jazzstandards, während die anderen in einem drei Gänge-Menü schwelgten: der gelungene Abschluss einer einer gelungenen Jahresfahrt.

Was nicht nur die Uzèsfahrer so empfanden. Ein Kellner bedankte sich bei Schütze, dass er einen so schönen Abend erleben durfte. Im Verlauf des Abends gesellte sich ein bekannter Maler aus der Region dazu und skizzierte die Szene in farbiger Kreide. Er eröffnete auch eine Tanzrunde, der sich einige Schriesheimer, aber auch Franzosen anschlossen, die bis zu den letzten Takten der "Jazzmen" ausharrten. Schütze war sichtlich zufrieden mit dem Abend und der Fahrt insgesamt. Zu Recht, denn die hatte er hervorragend organisiert. ...mehr im RNZ E-Paper

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung