19.05.2003

Winzerstammtisch blüht wieder auf

Beim ersten Treffen nach anderthalb Jahren waren fast alle wieder da - Geselligkeit und Fachsimpeln

Schriesheim. (Si) Als wenn sie seit anderthalb Jahren Pause in den Startlöchern gesessen hätten, eilten die Winzer am Mittwochabend wieder zum Winzerstammtisch, und sie hatten sich zur Neuauflage beim "Hausers-"Schorsch versammelt, denn er ist einer der Gründungsmitglieder des einstigen Winzerstammtisches.

Initiator der Gründung aber war damals, 1976, Ludwig Fuhrer, der nach längerer Krankheit im Februar dieses Jahres verstorben ist. Nun nahmen Peter Grüber, Karl- Heinz Wehweck und Frau Elle die Organisation in die Hand. Und siehe da, gut 20 Winzer und Winzerinnen sowie Winzerfrauen füllten das Nebenzimmer, darunter auch noch einige Gründungsmitglieder, Georg Hauser wie gehabt, Jens Bartsch, Helmut Schwöbel, Adam Kling. 1977 traf man sich damals in der "Rose", später in wechselnden Lokalitäten, so soll es auch jetzt wieder sein. Peter Grüber hatte damals ein "Kassenbuch des Winzerstammtisches Schriesheim" angelegt, darin waren alle Spenden aufgeführt und wenn genug Geld in der Kasse war, fand sich immer auch ein Anlass zum Feiern.

So erinnern die Eintragungen an das Eisfest in der Volks' schen Scheuer, Spanferkel-essen, Ostereiersuchen im Wingert und vieles mehr. Doch auch die fachliche Seite kam nicht zu kurz, zumal Georg Hauser im Qualitätsprüfungsausschuss des Badischen Weinbau- Verbands saß. Neuweier, die Ortenau und viele Winzerfeste wurden besucht. Ludwig Fuhrer, der aufgrund seiner Reiselust bei den Winzern den Spitznamen "Reiseonkel" hatte, tat ein Übriges, hatte wieder etwas Interessantes ausgeknobelt und ab fuhr der Winzerbus zum nächsten Ausflug.

Diese Gemeinschaft lebte nun wieder auf, mit einigen Lücken, versteht sich, ansonsten in alter Besetzung. Beim ersten Stammtisch war diesmal auch der Geschäftsführer der Winzergenossenschaft, Harald Weiss, zugegen, der Winzerstammtisch setzt sich aber in der Regel aus Privatwinzern zusammen. Künftig will man sich etwa alle Vierteljahre treffen oder zu besonderen Anlässen, wie erwähnt die Geselligkeit untereinander pflegen, aber auch die Probleme der Privatwinzer ansprechen. Da noch etwas Geld im "Kässl" ist, läßt die nächste Unternehmung des Stammtisches nicht lange auf sich warten. Falls nicht genug drin sein sollte, finden sich sicher ein paar Spender, da ist sich Peter Grüber sicher. Jedenfalls saß die Runde, Männlein und Weiblein gut gemischt, beieinander, als wenn es keine Pause gegeben hätte. Und das ein oder andere Viertel wurde natürlich auch genossen. Schließlich geht der Hauser-Wein ja bald zur Neige. Auch das ist eine Schriesheimer Winzer-Geschichte, die unter die Haut geht.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung