19.05.2007

„Das Rathaus war wie ein Elternhaus für mich"

„Das Rathaus war wie ein Elternhaus für mich"Von Carsten Blaue

Nach 32 Jahren im Amt des Bürgermeisters wurde Peter Riehl vergangenes Jahr gebührend verabschiedet. Selbst der Ministerpräsident kam. Seitdem ist es ruhiger geworden um den Ehrenbürger, der am Sonntag seinen 65. Geburtstag feiert. An seinem Ehrentag wird er nicht in Schriesheim sein. Im RNZ-Interview verrät er, wo er ihn verbringt und spricht über sein Leben als Pensionär.

Herr Riehl, wo sind Sie an Ihrem Geburtstag?

Wir sind zur Hochzeit von Ariane Haas, der Tochter unseres Marktmeisters, und Oscar Bruch eingeladen, der dieses Jahr zum ersten Mal mit seinem Riesenrad "Bellevue" beim Mathaisemarkt war. Sie feiern in Rust.

Auch Schriesheims Vereine hätten Ihnen sicher gerne persönlich gratuliert.

Richtig. Viele haben angefragt, auch die Gesangsvereine und die Feuerwehr. Und dafür bin ich von Herzen dankbar. Das zeigt, dass ich nicht vergessen bin. Aber ich bitte in diesem Fall um Verständnis. Ich hatte vor einem Jahr einen ganz tollen Abschied aus dem Amt. Und auch der Geburtstag wäre sicherlich ein Anlass zum Feiern. Aber das wäre momentan zu viel. Ich möchte das Wochenende einfach mal ganz im Kreise meiner Familie verbringen. Das ist einer meiner größten Wünsche.

Wie geht es Ihnen denn so als Pensionär?

Mir geht es, Gott sei Dank, sehr gut. Auch gesundheitlich. Ich gebe zu, dass ich das erste Jahr erst mal hinter mich bringen musste. Ich musste meine Gedanken sortieren. Das Rathaus war ja wie ein Elternhaus für mich. Ich habe viel gehört seitdem und wenig gesagt. So halte ich es auch in Zukunft. Ich gehe in Schriesheim auch nur noch auf wenige Veranstaltungen, um alles etwas ins Lot zu bringen. Etwas weh tut mir, dass ich nicht mehr Hilfe geben kann. Ich werde oft angesprochen, aber dann sage ich eindeutig: Nein, das geht nicht mehr.

Aber Sie sind nicht der Typ, der den ganzen Tag zu Hause sitzt.

Dennoch flüchte ich nicht in Termine. Ich bin abends gerne daheim und mähe auch gerne mal den Rasen. Die Aufgaben, die ich habe, sind zeitlich gut zu bewältigen. Ich berate ein Unternehmen der Region in ausgesuchten Fällen und halte für die Handwerkskammer Mannheim die Verbindung zu den Kommunen. Als Ehrenvorsitzender bin ich noch im Vorstand des DRK-Kreisverbands Mannheim und habe auf Wunsch von Bernd Fuchs, des Leiters der Polizeidirektion Heidelberg, den Vorsitz im Verein "Freunde der Polizei" übernommen. Die Zusage gab ich noch während meiner Amtszeit. Richtig voll dabei bin ich noch, was die neue Leitstelle der Rettungsdienste angeht. Auch dem Madonnenbergverein halte ich die Treue. Dazu kommt dann noch der Vorsitz im Vorstand der Teilnehmergemeinschaft an der Rebflurbereinigung. Das hatte ich den Winzern versprochen. Das klingt jetzt alles vielleicht viel. Aber es geht wirklich. Ich kann diese Termine gut mit der Freizeit verbinden.

Sie sind Ehrenbürger Ihrer Heimatstadt. Warum halten Sie sich dennoch so zurück?

Weil ich negative Fälle vor Augen habe. Man muss im Amt und mit seiner Persönlichkeit gewirkt haben. Würde ich jetzt in Einzelheiten der Kommunalpolitik einsteigen, würde ich dieses Bild zerstören. Ich diskutiere nicht mal am Stammtisch über Politisches. Und das fällt mir leicht, denn in den wichtigen Fragen wird meine Arbeit ja fortgesetzt.

Am 29. Juni wird Werner Oeldorf als Bürgermeister von Hirschberg verabschiedet, und das genau wie Sie nach 32 Jahren. Geben Sie ihm bitte einen Tipp für die Zeit danach.

Ich würde ihm raten, Abstand von der Kommunalpolitik zu suchen. Das heißt nicht, dass er das Interesse verlieren soll. Er braucht aber eine Distanz zu seiner bisherigen Tätigkeit. Ich wünsche ihm, dass er durch das Tal des ersten Jahres gut durchkommt. Und ich wünsche ihm noch ein ausgefülltes Leben mit sinnvollen Beschäftigungen. Wobei die Freizeit und das Faulenzen nicht zu kurz kommen sollten.

Was wünschen Sie sich zum 65. Geburtstag?

Dass ich meine jetzige Stabilität behalte und noch mehr ins Rentnerdasein hineinwachse. Und dass meine Familie noch lange so zusammenbleibt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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