26.07.2007

Köhlers Bestellung bleibt unvergessen

Köhlers Bestellung bleibt unvergessenVon Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. Zwei Generalversammlungen gingen hintereinander im Zehntkeller über die Bühne: die der Schriesheimer Winzergenossenschaft und die der Wein- und Vertriebsgenossenschaft. Der Eindruck der Bilanzen: Schriesheim spielt quasi in der ersten Liga, was den Rebenanbau und den Weinverkauf angeht.

Aber: Die Lese im Herbst 2006 wurde zu einem Wettlauf mit der Zeit. Heftige Niederschläge und warme Nächte nach einem Sommer mit extrem hohen Temperaturen taten den Trauben nicht gut. "Viele Trauben mussten auf den Boden geschnitten werden", so Harald Weiss, Geschäftführer der Winzergenossenschaft (WG), in seinem Jahresbericht. Dennoch sei die WG seinen Worten nach "mit einem blauen Auge davongekommen". Mehr noch: Mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 85 Grad Öchsle lagen die Weine aus Schriesheim vier Grad höher als der Durchschnitt im Badischen Winzerkeller insgesamt.

"Überhaupt war der 2006er große Klasse", sagte Weiss über den Jahrgang und verwies auf zahlreiche Medaillenerfolge. Obwohl die Witterung insbesondere für Riesling, Grauburgunder und St. Laurent schwierig gewesen sei, seien es wunderschöne Weine geworden. Indessen war er, bezogen auf das Berichtsjahr 2006, stolz auf 14 Gold- und zwei Silbermedaillen sowie den Ehrenpreis für den Bereich Badische Bergstraße, der zum dritten Mal in Folge an die WG verliehen wurde. Dass Bundespräsident Horst Köhler beim Afrika-Gipfel in Ghana eine 2005er Weißburgunder Spätlese trocken aus Schriesheim ausschenken ließ, ist ebenfalls unvergessen. "Gute Qualitäten lassen sich auch gut vermarkten", sagte der Geschäftsführer. Ein Grund, warum an die Mitglieder aus den Erlösen der Teilselbstvermarktung Ende Juni auf den 2005er-Jahrgang Zuschläge in Höhe von 210000 Euro nachgezahlt wurden.

Laut Jahresbericht liegt die Mitgliederzahl derzeit übrigens bei 266 und die Zahl der Geschäftsanteile bei 512. Ganz interessant: Die Schaubilder zur Rebflächenentwicklung in den Jahren 1996 bis 2006. Demnach stieg die Fläche von 105,8 auf 128,11 Hektar. Wobei sich der Anbau von Müller-Thurgau, der vor zehn Jahren noch die Hälfte ausmachte, auf etwa ein Viertel reduzierte. Dafür hat beispielsweise der Spätburgunder deutlich zugelegt. Trockenes Zahlenwerk gehört auch zu einer Generalversammlung. Ausführlich trug Weiss den Jahresabschluss 2006 vor. Dieser und die Verwendung des Ergebnisses wurden einstimmig genehmigt. Vorstand und Aufsichtsrat wurden ebenso einstimmig entlastet.

Vorletzter Tagesordnungspunkt waren Ehrungen. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurde Peter Hölzel ausgezeichnet, für 25 Jahre in der WG Wolfgang Amann, Helmut Böhler, Werner Morast, Wolfgang Weigold, Sofie Grüber, Manfred Krämer, Bernd Mittnacht (alle aus Schriesheim), Marianne Flösser und Sigrid Welker (Hirschberg) sowie Walter Joachim (Tauberbischofsheim). Nur wenige nahmen die Urkunde allerdings persönlich entgegen. Preise gab es auch für die höchsten Öchslegrade. Stellvertretend seien hier die "Erstplatzierten" genannt: Hans Schneider (Gewürztraminer, 107), Winfried Krämer (Spätburguner, 105) und Karl-Heinz Grüber (Riesling, 101). Allerdings, meinte Vorstandschef Friedrich Ewald, müsse man das "olympisch" sehen: "Schließlich sind wir alle eine Mannschaft" (siehe weitere Berichte).

Info: Herbstversammlung der Winzergenossenschaft am Mittwoch, 29. August, um 20 Uhr, "Zur Pfalz".

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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