28.11.2007

Begleitung für Sterbende und Angehörige

(kaz) Der November ist ein Monat, der uns den Tod ins Bewusstsein rückt. Im Kreise seiner Lieben friedlich einschlafen: Wenn das Leben schon zu Ende geht, dann bitte so. Die meisten Menschen würden gerne zu Hause sterben. Nur wenige können es bislang. Bezüglich der Sterbebegleitung war Schriesheim bisher ein weißer Fleck. Das soll sich nun ändern. Unter dem Titel "Begleitung bis zuletzt" lädt die Kirchliche Sozialstation daher zu einer Informationsveranstaltung mit der Ökumenischen Hospizhilfe Weinheim ein. Dies am Montag, 3. Dezember, um 18.30 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses.

Dort geht es darum, das kostenlose Angebot der Hospizhilfe vorzustellen sowie weitere Ehrenamtliche für diese wichtige Aufgabe zu gewinnen. Die Einrichtung unter Leitung der Diplom-Sozialpädagogin Hanne Fath ist außer in Weinheim schon in anderen Orten an der Bergstraße aktiv. Nun kam quasi der Hilferuf aus Schriesheim. Für die Hospizhilfe Weinheim arbeiten derzeit 23 Ehrenamtliche und sie tun das gerne.

Wie schafft man es, sich freiwillig so intensiv mit dem Sterben zu beschäftigten? Bei Hanne Fath fing das vor 20 Jahren an. Damals pflegte sie als junge Mutter ein Jahr lang ihren todkranken Vater. Es dauerte einige Zeit, bis sie akzeptieren konnte, dass dieser irgendwann nicht mehr leben wollte. Sie selbst hätte in dieser schweren Zeit als pflegende Angehörige die Hospizhilfe brauchen können. Und doch hat das Erlebte Hanne Fath stark gemacht. So stark, dass sie sich seither selbst für die Hospizhilfe engagiert.

"Wir nehmen uns Zeit, hören zu, fühlen mit, gehen mit", heißt es in einem Faltblatt der Ökumenischen Hospizhilfe Weinheim. Diese arbeitet wiederum eng mit der Ambulanten Hospizhilfe Heidelberg zusammen. Dort sind sogar 40 Ehrenamtliche tätig, wie Koordinatorin Ulrike Bock weiß. Und zwar nicht nur ältere Frauen mit Lebenserfahrung, sondern auch Studentinnen und Studenten. Ist eher ungewöhnlich, liegt aber an der Struktur der Stadt. Der Arbeit in der Hospizhilfe geht nach einem ersten "Orientierungsseminar" ein Einführungskurs über mehrere Wochenenden voraus. Schließlich ist ein Grundwissen über richtige Gesprächsführung oder über die Palliativmedizin Voraussetzung für den Umgang mit Sterbenden. Auch die Zusammenarbeit mit betreuenden Pflegeeinrichtungen ist selbstverständlich.

"Wir pflegen nicht und übernehmen auch keine hauswirtschaftlichen Arbeiten", so Hanne Fath bei der Vorstellung des neuen Angebots in der Kirchlichen Sozialstation. Deren Geschäftsführer Rainer Näher hofft nun zunächst einmal auf rege Teilnahme an der Informationsveranstaltung nächste Woche. Die Hospizhilfe versteht sich als ein Dienst der Nächstenliebe, arbeitet auf der Grundlage des christlichen Glaubens und ist kostenlos. Angehörige von Sterbenden sollten die Hilfe einfach annehmen. Wer selbst helfen möchte, erhält bei der Veranstaltung umfangreiche Informationen. "Für viele Menschen ist Hospizhilfe wie eine Berufung", weiß Hanne Fath aus langjähriger Erfahrung. Andererseits geht niemand eine Verpflichtung ein. Das Orientierungsseminar im April (zwei Abende) heißt so, weil Interessierte danach entscheiden können, ob Hospizhilfe die richtige Aufgabe für sie ist.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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