11.02.2008

Die neuen Trommeln sind schon im Einsatz

Die neuen Trommeln sind schon im Einsatz

Von Karin Katzenberger-Ruf

55 Jahre – das ist zwar eher ein "Schnapszahl-Jubiläum", für den KSV-Fanfarenzug aber Grund genug, mit Freunden zu feiern. Am Samstag taten die Mitglieder dies mit den Fanfarenzügen "Goldstadt Pforzheim" und "Schloss Wolfseck" vom Bodensee.

Als Vorsitzender des Gesamtvereins begrüßte Klaus Grüber die Gäste in der KSV-Halle und schickte zugleich Genesungswünsche an den erkrankten Abteilungsleiter des Fanfarenzugs, Hans Effler. Die Tische sind in den Vereinsfarben schwarz-gelb geschmückt. Bevor das musikalische Programm startet, gibt’s erst mal was Gutes zu essen. Die Gäste haben die Wahl zwischen Jägerschnitzel und Sauerbraten mit Beilagen. Das Viertel Riesling gibt es für drei Euro, ein kleines Pils für zwei Euro.

Da ist natürlich auch noch Geld für die Tombola übrig, bei der es vor allem Wein und Blumenstöcke zu gewinnen gibt, aber auch den niedlichen Teddy oder die Holzeisenbahn. Beim Fest ist auch Gelegenheit, den Spendern von vier Landsknechtstrommeln im Wert von je 500 Euro zu danken. Es sind dies Dieter Knopf, Thomas Bloemecke, Leonhard Scheid und Karl-Heinz Fuhrer – allesamt KSV-Mitglieder. Der Aufruf, neue Trommeln zu spenden, erging bereits während des letzten Mathaisemarktes. Inzwischen sind die bei einem Walldorfer Hersteller angefertigten Musikinstrumente (die ein Schildchen mit den Namen der Spender tragen) schon seit einigen Monaten im Einsatz. Gespielt werden sie von Marko Reinhard, Jörg Trippmacher, Marcus Beyrer und Janina Frank.

Pro Jahr hat der KSV-Fanfarenzug übrigens um die 20 Auftritte. Die jüngsten waren jene bei den Fastnachtsumzügen in Hirschhorn und Brühl. Das hat der musikalische Leiter Dennis Beyrer in Sachen "Probenarbeit" einiges zu tun.

Derzeit hat der Fanfarenzug gut zwei Dutzend Stücke im Repertoire, aber es sollen stetig mehr werden. Inzwischen schreibt Dennis (vor zwei Jahren Komponist der "Riehl-Fanfare" zur Verabschiedung des Bürgermeisters) vieles selbst. Deshalb gibt es nun auch einen Jubiläumsmarsch zum 55. Bestehen des Fanfarenzuges. Nur ob die "Uraufführung" noch im Jubiläumsjahr über die Bühne geht, ist fraglich. Kommt darauf an, wie oft geübt werden kann.

Dennis Beyrer ist in den Fanfarenzug hineingewachsen und marschierte schon als Dreijähriger mit einer kleinen Fahne bei einem Umzug mit. Sein Debüt als Trommler gab er 1995 als Sechsjähriger beim Straßenfest in Schriesheim und erinnert sich noch gut, wie stolz er damals war. Ihm gefällt, dass ein Fanfarenzug Marschmusik spielt und dies nicht nur laut, sondern auch "leise und sauber", wie er sagt. Mit Guggemusik-Kapellen kann er daher nicht soviel anfangen.

Als musikalischer Leiter muss Dennis im Trommeln, Fanfarenblasen aber auch im Fahnenschwingen fit sein, um diese Disziplinen zu vermitteln. Derzeit hat der Fanfarenzug um die 30 Mitglieder, der Nachwuchs im Kindesalter kommt aus den eigenen Reihen. Die Gäste "von auswärts" blieben übrigens über Nacht und schliefen in der Ringerhalle nebenan. Kein Problem mit dem Schlafsack auf dem weichen Mattenboden.

Im provisorischen "Massenlager" wurde allerdings auch die bereits aufgeblasene Luxus-Luftmatratze gesichtet. Für den Sonntagmorgen war noch ein Frühschoppen vor Ort geplant. Wie früh der wohl stattfand? Der Abend schien jedenfalls lang zu werden. Forderte das Publikum doch schon beim Auftritt von "Goldstadt Pforzheim" eine Zugabe.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung