24.05.2008

CDU will sich nach Schulbeteiligten richten

Schriesheim. (ans) "Ob rund oder eckig, das ist für uns egal", sagte CDU-Fraktionssprecher Paul Stang über die Pläne für den Mensa-Neubau am Schulzentrum. Gestern informierten er, Stadträtin Isolde Nelles und CDU-Vorsitzender Anselm Löweneck, was für die Fraktion eigentlich eine Rolle spielt: nämlich die Empfehlung der Schulbeteiligten.

Und genau von der wollen die Christdemokraten ihr Votum für einen der Pläne, von Norbert Morast oder Professor Lothar Götz, abhängig machen. Zu den Beteiligten gehören die Schülermitverantwortung (SMV), die Elternvertreter und die Schulleitungen – und auch der Jugendgemeinderat, der als gewähltes Organ eine große Rolle spiele, so Stang. "Das ist unsere Zukunft", meinte der Fraktionssprecher. Er kritisierte, dass die Gruppen nicht miteinbezogen worden seien beziehungsweise "erst am letzten Tag". Die Schulkonferenz des Gymnasiums entscheidet am Montag über die Stellungnahme, der Jugendgemeinderat am Dienstag. "Dabei haben der Bürgermeister und die Grünen in der Vergangenheit immer auf eine Bürgerbeteiligung gepocht", äußerte Stang sein Unverständnis. Er verstehe die Hektik nicht, mit der der Schluss herbeigeführt werde. Eine Rolle spiele auch der Geruch in Verbindung mit den Windverhältnissen.

Kritik gab es auch an der Verwaltungsvorlage, die deutlich die Vorzüge der Morast’schen Planung hervorhebt: "Sie ist eindeutig einseitig, sie soll uns doch objektiv informieren", meinte Löweneck. Beide Entwürfe sehe er als gleichwertig an. "Jeder hat seine Bonbons." Sei es bei der Abluft oder bei der Flexibilität. Morasts hielt er zugute, dass er Schriesheimer sei und sich aktiv für den Push-Verein eingesetzt habe. Götz habe in der Vergangenheit schon gute Arbeit geleistet. Dass das Stadtbauamt die für den Götz’schen Entwurf ermittelten Kosten für zu niedrig angesetzt hält, stieß bei ihm auf Unverständnis. "Er hat die Werte bei anderen Sachen korrekt ermittelt", so Löweneck. Wie die Abstimmung der Fraktion aussieht, wenn die Gruppen unterschiedliche Empfehlungen aussprachen, könne er noch nicht sagen. Isolde Nelles meinte: "Wenn ich in eine Mensa reinkomme, dann möchte ich ein anderes Umfeld als in einem Klassenzimmer haben. Sonst habe ich kein emotionales Erlebnis."

Die andersartige Form war denn auch für die SMV ein ausschlaggebendes Argument. "Sie hat sich für den Entwurf von Götz ausgesprochen", sagte der Schülersprecher des Kurpfalz-Gymnasiums, Till Künemund, auf RNZ-Anfrage. Er sei durchdachter und anspruchsvoll – "etwas anderes als diese Quaderform".

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung