30.06.2008

„Hinter diesem Erfolg steht ein Team"

„Hinter diesem Erfolg steht ein Team"

Applaus für den Verein: 110 Jahre TSG Altenbach und Aufstieg der ersten Herrenmannschaft in die Kreisliga – nur zwei von vielen Gründen, um den Verein zu würdigen. Foto: Dorn

Schriesheim-Altenbach. (sk) "Eigentlich sind 110 Jahre ja kein ,rundes’ Jubiläum", meinte Gerhard Schäfer. Der Vorsitzende des Sportkreises Heidelberg kam jedoch nicht nur wegen des Jubiläums der TSG Altenbach zum Festbankett, sondern auch, um bei dieser Gelegenheit den Aufstieg der ersten Herrenmannschaft in die Kreisliga gebührend zu feiern.

In seiner Festrede ließ TSG- Vorsitzender Gustav Weber die Geschichte des ältesten Altenbacher Sportvereins Revue passieren. Als Ableger der Turnerbewegung wurde der Verein 1898 gegründet. Unter den Gründungsmitgliedern seien viele Altenbacher Namen, stellte Ortsvorsteher Alfred Burkhardt fest, der die Namen verlas. "Sehr viele Nachfahren der Gründungsmitglieder sitzen heute hier und haben dem Verein die Treue gehalten", freute sich das TSG-Mitglied, dessen Vater auch zu den Vorsitzenden gehörte.

Die Mitglieder unter Vorsitz von Johann Trautmann turnten Ende des 19. Jahrhunderts noch im Freien auf der Wiese und schafften nach und nach Sportgeräte an. "Die TSG war damals ein reiner Turnverein", berichtete Weber. Ab 1926 führten Reck und Barren aber nur noch ein Schattendasein, denn mit der Gründung der Fußball-Abteilung und der Fusion mit dem Sportclub trat das Turnen mehr und mehr in den Hintergrund.

In den siebziger Jahren wurde das Clubhaus auf der "Kipp" gebaut, wo der Verein seither spielt und trainiert. Die Mitgliederzahl wuchs, und im Jahr 2000 kam die Frauen-Fußballmannschaft hinzu. Ein weiterer großer Fortschritt war der Bau des Kunstrasenplatzes, auf dem seit 2003 gespielt wird. Heute zählt der Verein 295 Mitglieder, darunter 80 Kinder und Jugendliche. "In der nächsten Zeit kommen die Sanierung und der Ausbau des Vereinsheims auf uns zu", blickte Weber in die Zukunft. Die Umkleideräume seien zu eng, der Andrang groß und die räumlichen Verhältnisse sehr beengt. Bürgermeister Hansjörg Höfer lobte die Arbeit Webers: Der rührige Vorsitzende sei "der richtige Mann am richtigen Ort".

Mit Disziplin, Ausdauer und hervorragenden Trainingsbedingungen habe die Erste Herrenmannschaft den Aufstieg in die Kreisliga geschafft. "Hinter diesem Erfolg steht ein Team", erklärte Höfer und lobte Vorstand und Verein. Dieser sei in Altenbach verwurzelt, so Höfer: "Das ganze Dorf ist heute hier und feiert gemeinsam den Verein."

In Reimform gratulierten Diakon Reinhard Losch und Kirchengemeinderatsvorsitzender Michael Weiner. Für ihren launigen Vortrag, der traditionell auch mit Spott über die Schriesheimer nicht sparte, gab es viel Applaus. Glückwünsche und Geschenke überbrachte auch Friedrich Ewald: In seiner Funktion als Volksbank-Geschäftsleiter brachte er eine Finanzspritze mit, als WG-Vorstand hatte er Schriesheimer Wein im Gepäck.

Dass die anderen Altenbacher Vereine zum Gratulieren kamen, war Ehrensache. "Der Verein war und ist sportlicher und gesellschaftlicher Mittelpunkt für Generationen", stellte MGV-Liederkranz-Vorsitzender Jürgen Fitzer fest. Sport als Ausgleich zu einer vorwiegend sitzenden Lebensweise spiele auch eine kulturelle Rolle. Zusammen mit dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Erwin Sommer, Sportschützenvereinsvorsitzendem Johannes Kühn, MSC-Vorsitzendem Ernst Bauder, Christian Wolf vom TV, Walter Hüller vom evangelischen Kirchenchor und Günther Fitzer vom katholischen Kirchenchor überreichte Fitzer einen gut gefüllten Umschlag für die Vereinskasse. Die drei Gesangvereine gratulierten auch noch musikalisch mit Gospels und klassischen Chorstücken.

Begleitet von der Band "Flamingos" aus Rimbach konnten die Besucher am Ende des "offiziellen" Teils der Feier tanzen. Die jüngsten Fußballer zogen es jedoch vor, im benachbarten Schulhof zu kicken – auch das ist seit Jahrzehnten Altenbacher Brauch.


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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung