02.03.2009

Sternwarten-Kinder haben Mond ins Visier genommen

Von Stefan Zeeh.

Schriesheim. Eine Reise zum Mond – was vor 40 Jahren für einige Astronauten Wirklichkeit wurde, konnten die jungen Zuhörer beim Kinderprogramm der Christian-Mayer-Volkssternwarte noch einmal nacherleben. Zunächst galt es jedoch unseren nächsten Nachbarn im All genauer zu betrachten.

"Die Erde ist vier Mal so groß wie der Mond", macht Sternwartenleiter Roland Janz die Größenverhältnisse klar. Dabei sehen wir vom Mond immer die gleiche Seite. Das liegt daran, dass ein Mondumlauf um die Erde genauso lange dauert wie die Rotationsdauer, also die Drehung des Mondes um die eigene Achse, nämlich 27,3 Tage. Das ist fast genau ein Monat und so leitet sich das Wort Monat von "Mond" ab. Der Mond hat unsere Zeiteinteilung noch weiter beeinflusst. Von ihm sehen wir nämlich mal eine Sichel, einen Halbmond, Vollmond und beim Neumond wendet er uns seine dunkle, von der Sonne nicht beschienene Seite zu. Da es vom Neumond bis zum Halbmond ungefähr sieben Tage dauert und dann noch einmal sieben Tage bis zum Vollmond sind, geht ebenso die Unterteilung der Monate in vier Wochen auf die Mondphasen zurück.

"Auch die unbeleuchtete Seite des Mondes kann man manchmal sehen", haben die Steppkes bereits selbst beobachtet. Das kann Roland Janz nur bestätigen, weiß aber, dass dies daran liegt, dass die Erde das Licht von der Sonne reflektiert und so den Mond anstrahlt. Es gibt jedoch noch etwas Eigenartiges während der Mondphasen zu sehen. Während beim Vollmond unser Trabant hell leuchtend und scheinbar ohne Relief erscheint, sind bei den Aufnahmen, die den Mond als Sichel zeigen, deutlich Krater zu erkennen.

Woran das wohl liegen mag? "Am Kraterrand ist ein Schatten zu sehen", hat einer der kleinen Schlauberger festgestellt. Tatsächlich liegt es an den Schatten, welche die Kraterränder bei schräg einfallendem Sonnenlicht erzeugen, und wodurch das Relief des Mondes sichtbar wird. Auf dem Mond gibt es aber in den hell leuchten Arealen nicht nur die Krater, sondern riesige dunkle Bereiche, die als "Meere" bezeichnet werden. "Früher glaubten die Menschen, dass dort Wasser wäre", weiß Roland Janz zu berichten. Denn die Wasseroberfläche der Meere auf der Erde erscheint von oben gesehen dunkel und glatt, genauso wie die dunklen Bereiche des Mondes.

Heute weiß man, dass dort auf dem Mond kein Wasser vorhanden ist. Die dunkle Farbe wird vom dunklen Gestein erzeugt, dass in diesen Bereichen vorkommt. Es ist Basalt, wie es ihn auch auf der Erde gibt. Auf dem Mond ist er vor drei bis vier Milliarden Jahren entstanden. Die Krater sind allerdings etwas älter, nämlich vier bis viereinhalb Milliarden Jahre und zeugen von Meteoriten, die auf der Mondoberfläche eingeschlagen sind. Vor 40 Jahren, am 16. Juli, starteten schließlich die drei Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin zu ihrer Mondmission. Die Landefähre setzte am 20. Juli um 21.17 Uhr Mitteleuropäischer Zeit auf dem Mond auf. Doch erst sieben Stunden später betrat Neil Armstrong als erster Mensch die Mondoberfläche.

"Warum hat das wohl so lange gedauert?", fragt Janz in die Runde. Da sind die kleinen Schlauberger überfordert. Dabei ist die Erklärung ganz einfach. Wenn es bei uns vier Uhr nachts ist, dann ist es in New York 22 Uhr und in Los Angeles 18 Uhr, also die beste Fernsehzeit für die Amerikaner, und die bezahlten schließlich die Mondlandung. So bestimmte schon vor 40 Jahren das Fernsehen nicht nur unser Leben auf der Erde.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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