18.07.2003

Altenbacher Kicker sehen nie mehr rot

Gestern gingen die Bauarbeiten am neuen Kunstrasenplatz mit neuem Bagger weiter - Am 13. September ist die Einweihung.

Schriesheim-Altenbach. (lue) Die Altenbacher Fußballer müssen nie mehr rot sehen, wenn sie auf eigenem Platz spielen. Mit Verzögerungen zwar, aber immerhin mit neuem Bagger haben die Arbeiten am künftigen Kunstrasenplatz begonnen.

Bereits am frühen Dienstagmorgen rückten die Bagger der Ludwigshafener Baufirma Strickler an, um mit den ersten Aushubarbeiten für den neuen Kunstrasenplatz zu starten. Gleich nach Beginn der Arbeiten streikte jedoch ein Bagger, so dass die Arbeiten für kurze Zeit unterbrochen werden mussten. Gestern Morgen ging's dann weiter - mit neuem Bagger. Bis zum 2. August sollen die Vorarbeiten abgeschlossen sein, bevor mit der eigentlichen Verlegung des Kunstrasens begonnen werden kann. Die Arbeiten sollen rechtzeitig zu Beginn der neuen Saison der Fußballer abgeschlossen sein, damit am 13. September mit einer großen Feier der neue Kunstrasenplatz eingeweiht werden kann.

Zur Vorgeschichte: Bereits in den Jahren 1999 und 2000 stellten die Verantwortlichen der TSG Altenbach erste Überlegungen zum Bau eines Kunstrasenplatzes an. Der Bau scheiterte aber zunächst an den fehlenden Geldmitteln. Erst durch die großzügige Spende in Höhe von 75 000 Euro des SAP-Gründers Hasso Plattner, der in Altenbach wohnt, kam das Projekt in Gang. Nachdem der Schriesheimer Gemeinderat im Februar seine Zustimmung zum Bau gab und die entsprechende finanzielle Unterstützung zusicherte, konnte mit den genaueren Planungen begonnen werden. Die Kosten des insgesamt 280.000 Euro teuren Projekts teilen sich die Stadt Schriesheim, der Verein und der Badische Sportbund.

Unzählige Sportplätze in der näheren und weiteren Umgebung wurden besichtigt, um sich Ideen einzuholen. "Mal war der Kunstrasen zu hart, mal gefiel uns der Untergrund nicht", erklärt Herbert Gutfleisch, Jugendleiter des 350 Mitglieder starken Vereins, die Probleme der Verantwortlichen bei der Suche nach dem idealen Platz. Auf einem Sportgelände in der Nähe von Grünstadt in der Pfalz wurden die Altenbacher dann fündig. Zügig wurden anschließend die Verträge zum Bau des Kunstrasenplatzes mit der Frankenthaler Firma Tarkett-Sommer in trockene Tücher gebracht.

Besonderen Wert legen die Altenbacher auf einen akkuraten Unterbau. Mit Stolz erklärt Gutfleisch die Zusammensetzung der verschiedenen Komponenten des Kunstrasen. "Schließlich", so Herbert Gutfleisch, "ist der Platz in der Region etwas außergewöhnliches." Auf den planen Untergrund wird zunächst eine acht Millimeter starke Plastikmatte gelegt, anschließend dann der Kunstrasen mit 55 Millimeter langen Fasern. Dieser wird mit ungefähr 13 Kilogramm Quarzsand pro Quadratmeter verdichtet, sodass am Ende noch ein Zentimeter Kunstfaser herausragt. Das Ganze wird zum Schluss mit Gummigranulat, etwa 12 bis 14 Kilo pro Quadratmeter, verklebt. "Dies gewährleistet den Kraftabbau oben, der Platz ist auch wesentlich weicher", beschreibt der TSG-Jugendleiter die Vorteile dieser Methode. Neben dem eigentlichen Fußballfeld baut der Verein darüber hinaus mit Unterstützung der in Altenbach ansässigen Baufirma Bernd auch einen kleinen Warmlaufplatz. Der Verein verspricht sich mit dem Bau des Kunstrasen auch einen Aufschwung und steigende Mitgliederzahlen. Insbesondere für die Jugendarbeit erhofft sich Gutfleisch eine positive Wirkung: "An unserem Jugendturnier werden hoffentlich im nächsten Jahr noch mehr als die 49 Mannschaften bei der letzten Auflage teilnehmen."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung