24.09.2009

Das Profil der KRS hat etwas von „Da Vinci"

Schriesheim. Naturwissenschaft und Kunst sind Schwerpunkte der Kurpfalz-Realschule – Rektorin Petra Carse zog Bilanz – Nein zur Ganztagesschule.

Von Carsten Blaue.

Die Schülerzahlen sind stabil, die Personaldecke wurde um ein Deputat aufgestockt, das Profil ihrer Schule stimmt und angekommen fühlt sie sich auch: Petra Carse, die seit einem Jahr Rektorin der Kurpfalz-Realschule (KRS) ist, lebt ihr Verständnis von Schule vor, und sie tut es erfolgreich. Gemeinsam mit Lehrerin Ursula Troendlin zog sie zum Schuljahresbeginn Bilanz und erläuterte Zielsetzungen der nächsten Monate.

Natürlich sei das Kollegium nach all’ den Jahren gespannt gewesen, wie es "nach Hans-Jürgen Krieger" weitergeht, sagte Troendlin. Doch Petra Carse musste sich gar keine Gedanken darüber machen, ob die Schuhe ihres Vorgängers zu groß sein würden. Sie hatte von Anfang an eigene, um im Bild zu bleiben. Dazu Troendlin: "Sie ist eine andere Persönlichkeit, und uns geht es richtig gut mit ihr."

Carse möchte die am Schulleben Beteiligten einbinden: Eltern, Kollegen, Schüler. "Denn einfach nur verordnen bringt gar nichts." Die Selbstevaluation in der Schule, also die stetige Überprüfung des eigenen Handelns, ist der Rektorin dabei sehr wichtig. Das schließt auch das naturwissenschaftlich-künstlerische Profil der KRS nicht aus: "Die Schule fährt damit sehr gut. Es hat ja fast etwas von Da Vinci", so Carse.

Diese Attraktivität spiegelt sich auch in der Schülerzahl wider. Diese sank insgesamt um lediglich zwei auf 518. "Wir könnten noch viel mehr Schüler aufnehmen", sagte Carse. Denn die Nachfrage ist enorm, und zwar nicht nur in Schriesheim, sondern gerade auch in den Gemeinden in der Nachbarschaft. Allerdings reicht der Platz nicht. Und auch baulich liegt einiges im Argen. Schon der Eingangsbereich ist nicht schön. Der marode Teppichboden gehört lange saniert: "Man kann nicht erwarten, dass sich Schüler wertgeschätzt fühlen, wenn sie so empfangen werden", wurde Carse deutlich. Dabei liege den Schülern an einer angenehmen Umgebung. Auch die Fachräume für den Technik-Unterricht - immerhin ein Kernfach ab Klasse sieben – sind zu klein und entsprechen nicht mehr der Norm, beklagte Carse auch hier einen Sanierungsstau. Spricht man vom Bauen, ist man schnell bei der neuen Mensa. Diese sei sicher eine Bereicherung, so die Rektorin. "Ich bin gespannt, wie sie angekommen wird", ergänzte Troendlin. Zur regelmäßigen Überbrückung der Mittagszeit brauchen die KRS-Schüler die Mensa jedenfalls nicht. Zumal sich auch die Frage einer Ganztagesschule für Carse nicht stellt: "Das ist nicht meine Vorstellung von Schule. Für die Realschule ist das auch pädagogisch nicht sinnvoll." Man solle den Schulbetrieb nicht aufblähen, nur um sich mit dem Etikett der Ganztagesschule schmücken zu können und einem Trend zu folgen, so die Rektorin. Für sie wäre es viel wichtiger, dass die Schüler bis zur sechsten Klasse gemeinsam unterrichtet würden: "Aber das würde eine komplizierte Reform bedeuten, die momentan politisch nicht gewollt ist." Also liegen andere Dinge näher.

Etwa die Kooperation mit Freudenberg in Weinheim im Bereich der Berufsorientierung. Die Neuntklässler werden das Werk "Zwischen Dämmen" besichtigen. Im Gegenzug kommen Freudenberg-Azubis in die KRS und berichten aus ihren Ausbildungen. Intensiv sei auch die Zusammenarbeit mit Jugendsozialarbeitterin Nicola Klamer im Bereich der Hausaufgabenbetreuung oder persönlichen Beratung: "Das ist eine sehr hilfreiche Kooperation", so Carse, die auch das neue Streitschlichterprogramm der Schule erwähnte. Überdies wird das Internet mit seinen Chancen und Risiken ein Schwerpunktthema des Schuljahres sein. Zunächst informieren sich die Lehrer selbst im Rahmen eines Pädagogischen Tages, danach werden auch die Eltern in das Thema einbezogen, und schließlich wird es mit den Schülern erarbeitet. Wichtig sind auch die Arbeitsgemeinschaften (AGen). So kooperieren alle drei Schulen des Bildungszentrums, indem sie die Sport-AGen schulübergreifend anbieten.

Und schließlich will die KRS auch ihre Öffentlichkeitsarbeit vertiefen. Ursula Troendlin ist diejenige, die neben Carse den Kontakt zu den Medien halten wird.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung