24.01.2010

Ullrich musste nicht mit sich ringen

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Zwei Jahre war Willi Ullrich der Chef an der Matte der KSV-Zweitligaringer. Jetzt hat der Coach seinen Rücktritt erklärt.

Er geht im Einvernehmen mit dem Vorstand um Klaus Grüber. Mit 60 Jahren möchte sich der Erfolgstrainer den Wettkampfdruck so nicht mehr antun. Zudem müsse er auch etwas auf seine Gesundheit achten, gab Ullrich im RNZ-Gespräch in der KSV-Halle zu bedenken.

Der Trainer war nochmal vorbeigekommen, um sich auch von der Mannschaft zu verabschieden: "In meinem Alter ist es nicht mehr so leicht, die jungen Sportler zu verstehen. Die Mentalität ändert sich eben." Dabei unterstrich Ullrich, dass die Kämpfer in Schriesheim ideale Bedingungen haben: "Der KSV ist ein toller Verein. Das Umfeld stimmt, und die Vereinsführung weiß, wo es langgeht. Die Sportler haben hier den Himmel auf Erden." So will Ullrich dem Verein auch weiterhin mit Rat zur Seite stehen und die Stützpunktarbeit in Schriesheim betreuen. Auch Landestrainer bleibt er. Doch den Stress an der Matte will Ullrich künftig meiden. Zumal für ihn der Erfolg zählt. Und da hat sein Nervenkostüm in der vergangenen Saison doch oft arg gelitten: "Wir hatten in Schriesheim eigentlich einen starken Kader. Da belastet es mich einfach enorm, wenn die Sportler nicht da sind." So verletzte sich Stefan Bonev erneut, und der Bulgare Nicolae Bayryakov fehlte wegen Nationalmannschaftsverpflichtungen in den ersten Kämpfen. "Und die Fans fragen nicht nach dem Warum. Sie wollen Erfolge sehen", so Ullrich, dem Grüber sowie Ringer-Abteilungsleiter Dieter Philipp für die geleistete Arbeit dankten.

Bleibt die Klärung der Trainerfrage für den KSV. "Wir haben da überhaupt keine Eile und keinen Druck. Wir wollen eine Lösung, die passt", sagte Grüber. Und das könnte auch langfristig eine Lösung aus den eigenen Reihen sein: "Wir haben ja in Holger Rothermund einen bewährten Trainer", so der KSV-Chef. Rothermund saß bisher neben Cheftrainer Ullrich an der Matte und soll zunächst die Leitung des Trainings übernehmen - unterstützt von Andreas Lemke, Daniel Bohs und Dirk Zimmermann, wie Grüber sagte.

Der KSV-Vorsitzende zeigte Verständnis für Ullrichs Schritt: "Vielleicht hätten wir ihn nochmal überreden können. Aber eigentlich war es sein Wille aufzuhören." Zumal die vergangene Saison wirklich nicht zufriedenstellend gewesen sei, wie auch Grüber einräumte: "Es war schwierig und auch stressig. Und schon der Saisonstart war Käse." Das soll sich nicht wiederholen. So laufen die personellen Vorbereitungen auf die kommende Saison längst auf Hochtouren: "Wir wollen uns vor allem auch durch deutsche Ringer verstärken", sagte Grüber.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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