14.07.2010

Schulsport in den KSV-Hallen?

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Dass die Mehrzweckhalle in die Jahre gekommen ist, sieht man ihr schon von außen an. Nächstes Jahr soll sie, wie gestern berichtet, von Januar bis Dezember energetisch saniert werden. Dafür wird die Halle geschlossen. Davon betroffen sind die Sportvereine "Raubritter", TVS, SVS und KSV. Sie waren kürzlich bei Bürgermeister Hansjörg Höfer und haben die Lage mit ihm besprochen. Die Vereine werden wohl Einschränkungen bei ihren Kurs- und Trainingsstunden in Kauf nehmen müssen - gerade in den kalten Monaten. Schlimmer trifft es aber die Schulen im Bildungszentrum. Was wird aus dem Schulsport?

Die Schulen haben sofort reagiert. Sie würden gerne die vereinseigenen Hallen des KSV neben der Mehrzweckhalle für ihren Schulsport mitnutzen. Die Geschäftsführende Schulleiterin, Realschulrektorin Petra Carse, habe die Stadt im Namen aller drei Schulzweige darum gebeten, mit dem KSV über die Hallen-Frage zu verhandeln. "Wir haben diesen Antrag bereits gestellt, denn das ist jetzt Sache des Schulträgers", bestätigte der Direktor des Kurpfalz-Gymnasiums, Matthias Nortmeyer, gestern im RNZ-Gespräch. Carse selbst war für eine Stellungnahme gestern Nachmittag nicht mehr zu erreichen. KSV-Chef Klaus Grüber war über den Wunsch der Schulen noch nicht unterrichtet, signalisierte aber grundsätzlich seine Bereitschaft: "Wir würden den Schulen sicher entgegenkommen." Das Ganze sei lediglich eine Frage der Modalitäten. Heute will der KSV in seiner Vorstandssitzung über das Thema sprechen.

"Große Katastrophe" für TVS

Der Kraft-Sport-Verein selbst ist vor allem mit Blick auf die Ringer-Saison des kommenden Jahres von der Hallenschließung betroffen. Für die Heimkämpfe der Zweitliga- sowie der Verbandsliga-Mannschaft braucht der KSV eine Lösung. "Ein Zelt aufbauen, nach Altenbach ausweichen oder in den KSV-Hallen ringen: Wir denken über alle Möglichkeiten nach", sagte Grüber. Entschieden sei diesbezüglich aber noch nichts. Weniger betroffen sei man bezüglich des Kurs- und Trainingsbetriebs: "Da haben wir Ausweichmöglichkeiten", so der KSV-Vorsitzende.

Böse trifft es nächstes Jahr den TVS. Gerade die Handballer werden unter den Einschränkungen leiden: "Eine große Katastrophe ist das", sagte TVS-Geschäftsführer Peter Kanzler auf Anfrage. Die Liga-Spiele der Handballer finden zwar in der neuen Schulsporthalle statt. Aber trainiert wird in der Mehrzweckhalle, und zwar zwei Mal die Woche pro Mannschaft: "Wir werden uns einschränken müssen", so Kanzler. Wie auch die anderen Abteilungen. Im Winter zum Beispiel die Leichtathleten.

Auch die "Raubritter" nutzen die Mehrzweckhalle, wenn draußen die Saison ruht. Der SVS ist im Winter immer mittwochnachmittags mit der Jugend und den Oldies in der Halle. "Vielleicht können die Jungen nach draußen ausweichen, wenn es geht", so SVS-Chef Lothar Götzmann: "Für die Oldies haben wir noch keine Lösung." Am schmerzlichsten wäre für die Fußballer der Ausfall des Hallenspieltags für die Jugend.

Die Altenbacher Mehrzweckhalle ist für Schriesheims Vereine nicht wirklich eine Ausweichlösung. Zwar sagte TV-Vorsitzender Christian Wolf gestern: "Nach den Sommerferien setzen wir uns zusammen. Wir werden sehen, was machbar ist." Doch viel Hoffnung machte er nicht: "Große Kapazitäten werden nicht frei sein." Im Sommer sei überhaupt nur der Dienstagnachmittag zu haben, und im Winter nutzen die Fußballer der TSG die letzten freien Stunden in der Halle.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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