19.08.2010

Vier Königstiger auf Schriesheimer Feldern

Von Marilena Geugjes

Schriesheim. Wer in den letzten Tagen auf der B 3 zwischen Schriesheim und Dossenheim gefahren ist, dem wird etwas aufgefallen sein: Zelte, Wohnwagen, farbenfrohe Anhänger, Lamas und Pferde sind zu sehen, und gelegentlich ist sogar das Brüllen von Raubkatzen zu hören. Denn der "Circus Fischer" ist angekommen. Auf einem großen Feld hat er seine Zelte aufgeschlagen, Ställe für 40 Zirkustiere aufgebaut und die vier Königstiger zum Toben ins Freigehege gelassen.

Mit drei Proben täglich bereiteten sich die Darsteller auf die Aufführungen vor, die am heutigen Donnerstag beginnen. Diese Proben sind vor allem wichtig für die Tiere, die sich über Abwechslung, Bewegung und geistige Herausforderungen freuen. "Die brauchen einfach eine menschliche Hand. Aber nur eine gute, selbstverständlich", versichert August Fischer, während er stolz einen der sechs stattlichen Friesen streichelt, von denen jeder eine eigene, geräumige Box hat.

Vom gescheckten Pinto über ein südamerikanisches Westernpferd bis hin zu einigen Ponys reicht der Pferdebestand des "Circus Fischer". Auch zwei Lamas, die sich bestens mit den Ponys vertragen, und vier bengalische Tiger gehören zum großen Zirkus. Die Tiger sind der ganze Stolz der Fischers. Ihnen gehört ein Schlafwagen, ein Freilaufgehege und sogar ein eigener Badewagen. "Bengalische Tiger sind die einzigen Tiger, die man noch halten darf", erklärt Fischer. Alle anderen seien vom Aussterben bedroht, weil der Mensch ihnen den Lebensraum nehme. Aber nicht nur Tierdressuren bietet der "Circus Fischer" seinem Publikum. Auch insgesamt 25 Artisten locken mit einem klassischen Zirkusprogramm. Lustige Nummern wie Clownerien oder die Spaßmacher "Max und Moritz" wechseln sich ab mit kunstvoller Akrobatik. Gefährlich und spannend soll es mit einer Feuer-Fakir-Show, mit Luftnummern am Trapez oder auf dem Hochseil werden. Dazu gibt es noch wilde Reitereien.

Die Förderung von talentierten Kindern liegt dem Zirkus besonders am Herzen. Deshalb sind im zweistündigen Programm auch viele junge Künstler zu sehen, wie beispielweise die 13-jährige Scarla Fischer mit ihrer "Kautschukakrobatik".

Die Kinder, die mit dem "Circus Fischer" von Stadt zu Stadt ziehen, erhalten mehrmals in der Woche Privatunterricht. "Wir sind acht oder neun Monate im Jahr unterwegs", erklärt August Fischer. Da muss die Schule schon zu den Kindern kommen. Ihnen macht das Leben im Zirkus Spaß. Wenn sie gerade nicht Stars in der Manege sind, kümmern sie sich um die Tiere oder packen beim Auf- und Abbau mit an.

Und was macht ein Zirkus im Winter? "Wir geben so lange Vorstellungen, wie die Temperaturen für Mensch und Tier erträglich sind. Die Länge unserer Tour ist also wetterabhängig", so Fischer.

In den Wintermonaten führe der Circus Fischer oft für Schulen und Kindergärten auf. Ansonsten würden viele der Artisten andersweitig gebucht und verdienten ihr Geld beispielsweise bei Tanzshows. "Aber auch im Winter proben wir regelmäßig", erzählt Fischer. Dies sei für die Akrobaten wichtig, um nicht aus der Übung zu kommen. Außerdem müssten die Tiere bewegt und bei Laune gehalten werden. weiterer Bericht

Info: Vorstellungen ab heute, 19. August, bis Montag, 23. August, täglich um 16 Uhr. Sonntags zwei Vorstellungen um 11 und um 15 Uhr. Donnerstag und Montag sind Familientage, Erwachsene zahlen dann den Kinderpreis. Kartenvorverkauf täglich von 10 bis 12 Uhr an der Zirkuskasse. Telefonische Kartenreservierung und Informationen unter 01 62 / 71 94 439.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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