26.08.2010

Schlüter macht die Runde

Schriesheim: Wie oft Siegfried Schlüter in der Ferienzeit schon die Vertretung für den Bürgermeister der Stadt übernommen hat, weiß er gar nicht. "Das habe ich nie gezählt." Gegen geschätzte 30 Mal hat der CDU-Stadtrat und Erste Bürgermeister-stellvertreter nichts einzuwenden: "Das kommt wahrscheinlich hin." Im August hat er die Stellung für Hansjörg Höfer gehalten. Der Rathauschef ist noch bis nächste Woche im Urlaub. Solange lenkt Schlüter die Geschicke im Bürgermeisterbüro. Morgens zwischen acht und neun kommt er ins Rathaus, bleibt bis gegen eins und kommt am Nachmittag nochmal für drei bis vier Stunden. Zwar sei es recht ruhig, sagt Schlüter. Zu tun gibt es aber immer etwas.

So hat er die Eheleute Edelmann zu ihrer Goldenen Hochzeit besucht, und auch dem Ehepaar Jenne wird er am Freitag zu diesem Jubeltag gratulieren. Schlüter hat die Post bearbeitet, Bürgern mit Rat und Tat zur Seite gestanden und der Presse die Abrissarbeiten am OEG-Gelände erläutert. Er leitete die Vorbereitungssitzung für das Straßenfest und machte seinen obligatorischen Rundgang durch das Rathaus. Den macht er immer, wenn er den Bürgermeister länger vertritt: "Für mich hat das mit Wertschätzung der Mitarbeiter zu tun", sagt er. Gleiches gilt für den Bauhof. Und auch die Hausmeister im Schulzentrum lässt er dabei nicht außen vor. Gestern traf er Jürgen Weber in der Schule, um sich bei ihm über das Arbeitspensum in den Sommerferien zu informieren. Denn die Ferienzeit ist für Weber und seinen Kollegen Friedrich Wagner, die organisatorisch beim Bauamt angesiedelt sind, alles andere als Erholung: "Dass die Hausmeister nicht so viel schaffen, stimmt einfach nicht", sagt Schlüter.

Dafür spricht schon ihr "Revier": Kurpfalz-Gymnasium, Kurpfalz-Realschule, Schulsporthalle, teilweise die Mehrzweckhalle, der Hort sowie die vier Kindergärten Römerstraße, Sophienstraße, Mannheimer und Kurpfalzstraße sind von Weber und Wagner im Auge zu behalten. Da geht die Arbeit nicht aus. "Wir machen so viel selbst, wie wir können", sagt Weber. Das fängt beim Grünschnitt rund ums Schulzentrum an, geht weiter mit dem Gang zu den Umkleiden in der Schulsporthalle, der neu gestrichen werden muss, und ist mit Reparaturarbeiten aller Art noch lange nicht fertig. So müssen zum Beispiel alle Räume des Gymnasiums vor dem nächsten Schuljahr neu bestuhlt werden – ganz nach den Anforderungen der Zimmerbelegung.

Der Kindergarten Kurpfalzstraße bekommt einen neuen Boden, und das Pflaster des Eingangsbereichs wird erneuert (samt barrierefreiem Zugang). In der Römerstraße wird ein Rest der Gebäudefassade gestrichen, in der Sophienstraße ist ebenfalls Grünschnitt zu machen. Zudem müssen die Hausmeister den Firmen über die Schulter schauen, die im Schulzentrum ihr Handwerk erledigen. So waren in den naturwissenschaftlichen Räumen nach der Flachdachsanierung die Böden ebenso zu erneuern, wie die Verdunkelungen an den Fenstern und die Elektrik in der Decke. Weniger schön für Weber sind die Schmierereien am Schulhaus, die er und sein Kollege ständig wegzumachen haben: "An der einen Ecke schmiert einer ein Hakenkreuz hin, an anderer Stelle antwortet einer mit Antifa-Sprüchen." Weber muss beides mit Graffiti-Reiniger putzen oder eben überstreichen. "Die Hausmeister sind nach den Schulleitern die wichtigsten Personen", unterstreicht Schlüter. Weber hält sich in dieser Bewertung lieber zurück, gesteht aber mit einem Lächeln: "Na ja, man hat schon seinen Fan-Club." Was auch daran liegen mag, dass er mit seiner Tuba hin und wieder im Schulorchester mitspielt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung

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