01.01.2011

Weitere Bilder zu diesem Artikel Gelebt, gearbeitet, gefeiert, gestritten und gelitten

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Viel ist in Schriesheim passiert dieses Jahr. Der alphabetische RNZ-Jahresrückblick für 2010:

A wie Altenbach. "Wir können bauen", teilt Altenbachs Ortsvorsteher am 7. Juni mit. War der Umbau des Schulhofs bis zu diesem Zeitpunkt noch an der Finanznot der Stadt gescheitert, macht es eine 200 000-Euro-Spende der Hasso-Plattner-Stiftung nun möglich. Meint man. Es kommt aber anders. Erst sollen noch Mittel aus dem Landes-Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum beantragt werden, um dann mit Spende und Zuschüssen in die Neugestaltung der Ortsmitte zu starten. Sollte der Antrag scheitern, wird die Plattner-Spende nächstes Jahr verbaut. Diesem Kompromiss folgt schließlich auch Burkhardt. Vorbehalte bleiben.

B wie Branichtunnel. Schriesheims größte Baustelle schreitet voran - wenn auch mit Verzögerungen und Kommunikationsmängeln zwischen Regierungspräsidium und Rathaus. Brücken werden gebaut, die Unterquerung der B 3 und der OEG-Trasse beginnt ebenso wie der Aushub am westlichen Tunnelportal. Siehe auch V wie Verkehr.

C wie Container. Anfang November beginnen die Vorarbeiten auf dem Gelände der Obdachlosenunterkünfte. Hier werden vier neue Wohncontainer der Firma Graeff für die Unterbringung von Flüchtlingen und Bedürftigen aufgestellt: "Die Container werden auf Dauer hier stehen", sagt Bürgermeister Hansjörg Höfer. Langfristig wird also nichts aus dem Wunsch des Gemeinderats, der die Obdachlosen künftig dezentral untergebracht sehen will.

D wie "DingDongDanke". Mit diesem Slogan bittet die RNZ beim Mathaisemarkt 2009 erstmals um Spenden für die Sanierung des alten Uhrwerks des Historischen Rathauses. Am 18. Oktober ist es mit Hilfe der Spenden von Bürgern und Firmen vollbracht: Das chronometrische Kleinod aus dem Mittelalter wird an seinem ursprünglichen Ort wieder aufgestellt - saniert und restauriert vom Österreicher Wolfgang Komzak. "Eine Bereicherung für unsere Stadtgeschichte", sagt Archivar Dr. Dirk Hecht.

E wie Einweihung. Am 28. Juli wird im Schriesheimer Tal das Sozialprojekt "Mühlenhof" der evangelischen Stadtmission Heidelberg eingeweiht. Geldgeber ist die Stiftung des MLP-Mitbegründers Manfred Lautenschläger, der die Eröffnung persönlich übernimmt. Wohnsitzlose des Heidelberger Wichernheims sollen bei der Arbeit in der Natur und mit Tieren den Weg zurück in ein geregeltes Leben finden. Der "Mühlenhof" steht Gästen offen. Auf dem Anwesen ist ein Restaurant. Für kleine Besucher gibt es zudem viele Tiere im Stall zum Streicheln und Ponyreiten.

F wie Förderung. Genau 1,2 Millionen Euro Förderung bekommt die Stadt aus dem Konjunkturpaket II für die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle. 200 000 Euro zahlt die Stadt selbst, 400 000 Euro kommen aus dem Ausgleichsstock des Landes. Macht 1,8 Millionen Euro, die 2011 für die Halle aufgewendet werden. Dafür wird sie das ganze Jahr geschlossen, wie Bürgermeister Hansjörg Höfer am 12. Juli mitteilt. Schulsport kann nach Absprache mit dem KSV in dessen Hallen stattfinden.

G wie Gutschein. Am 30. Juli wird Schriesheims neuer Einkaufsgutschein vorgestellt, der später "Schriesemer Strahler" heißt. Am ersten Adventswochenende wird die Ortswährung im Wert von zehn Euro in 37 Geschäften und Betrieben eingeführt.

H wie Heizung. Wer hätte gedacht, dass der Gemeinderat noch am 29. Dezember zu einer Sondersitzung antreten muss? Der von der Verwaltung verbummelte Beschluss zum Heizungsneubau im Rathaus und ein Brief der Grünen an das Kommunalrechtsamt macht's nötig, um Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket II nicht zu gefährden. Der heftige Protest der Grünen gegen das Vorgehen der Verwaltung wird zum Sinnbild des Klimas zwischen Bürgermeister Höfer und seiner ehemaligen Fraktion.

I wie ILEK. ILEK steht für "Integrierte Ländliche Entwicklungskonzepte in Baden-Württemberg". Das Land will landwirtschaftlich geprägte Flächen für Arbeit, Naherholung und Natur bewahren. Für Schriesheim wird so eine Flurneuordnung der Weinberge zwischen Steinschleifenweg und Dossenheim möglich, der der Gemeinderat am 23. Juni grundsätzlich zustimmt. Vor allem geht es um den Wegebau, nicht um Terrassierungen wie in Schriesheims großer Rebflurbereinigung. Das Land gibt maximal 30 000 Euro pro Projekt - vorausgesetzt mehr als zwei Gemeinden sind dabei. An der Bergstraße schließen sich Laudenbach, Hemsbach und Dossenheim an.

J wie Jubiläen. Die Stadt hat viel zu feiern dieses Jahr, zum Beispiel 100 Jahre Grundschule Altenbach, 80 Jahre WG, 60 Jahre Lokal "Zum Flößer" in Altenbach, 60 Jahre Wiedergründung des BDS, 25 Jahre GV Liederkranz-Frauenchor, 25 Jahre DRK-Seniorengymnastik. Und Martha Fitschen feiert 60-jähriges Dienstjubiläum als Hauswirtschafterin am Heinrich-Sigmund-Gymnasium.

Mehr lesen Sie in der RNZ-Druckausgabe vom 31.12.10.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung