23.01.2011

„Rosen"-Wirt hofft auf Rachs Hilfe

„Rosen"-Wirt hofft auf Rachs Hilfe

Von Alexander Albrecht

"Es soll auf jeden Fall weitergehen" – der "Rosen-Wirt" Karl Reinhard will um seine Existenz kämpfen und nicht aufgeben. Foto: Dorn

Schriesheim. In der "Goldenen Rose" läuft der Fernseher. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle gibt eine Pressekonferenz, spricht von Deutschlands Comeback nach der schweren Wirtschaftskrise. Ein Comeback erhofft sich in gewisser Weise auch der "Rosen"-Wirt Karl Reinhard. Das Traditionsgasthaus in der Talstraße 39 – schon seit 1839 in Familienbesitz – ist in eine finanzielle Schieflage geraten.

Reinhard sagt, das liege hauptsächlich an den Vereinen. "Früher haben die in den Gaststätten getagt und gefeiert, heute ziehen sie sich dazu in ihre eigenen Räume zurück. Da ist der Umsatz ein Stück weit eingebrochen. Allein mit dem à-la-carte-Geschäft ist das kaum aufzufangen", beklagt der Gastronom. "Das bekomme übrigens nicht nur ich in Schriesheim zu spüren." Doch Karl Reinhard will kämpfen.

Die angedrohte Zwangsversteigerung – ein Termin habe bereits festgestanden – hat er nach eigenen Aussagen abwenden können. Seine Verbindlichkeiten resultierten aus einem Bankdarlehen, nun wolle er "schnell umschulden". Große Hoffnung setzt Reinhard auf Christian Rach. Richtig, der "Restauranttester" von RTL. Im Oktober nahm er die "Rose", begleitet von einem Kamerateam, eine Woche lang für den Privatsender unter die Lupe. Ungestört und hinter verschlossenen Türen.

Mit Kritik habe der Gewinner des Deutschen Fernsehpreises nicht gespart, berichtet Reinhard. "Aber man weiß ja wie Sterneköche sind...", fügt der Gastronom hinzu und kommt ins Schwärmen: "Rach ist ein hochintelligenter und hochkompetenter Mann, der wusste sofort, was er machen muss." Der Gelobte wird auf der Homepage von RTL mit den Worten zitiert, Reinhard sei "ein Chaot, aber ein furchtbar liebenswerter Mensch." Die "Goldene Rose" gehöre zu seinen schwersten Fällen.

"Rach, der Restauranttester" ist ein Quotenrenner. Über sieben Millionen Menschen schalten regelmäßig ein. Mittlerweile läuft bereits die fünfte Staffel. Die Dramaturgie der Sendungen, die montags um 21.15 Uhr ausgestrahlt werden, folgt immer dem gleichen Muster: Rach nimmt sich ein Lokal vor, das kurz vor dem Ruin steht, untersucht Hygiene, Arbeitsklima und die Qualität der Speisen. "Mit Volldampf erarbeitet er binnen weniger Tage Lösungen, und versucht auf diese Weise, die Restaurants vor der Pleite zu retten", heißt es auf RTL.de.

Karl Reinhard erzählt, er habe sich mit Rach "über viele Dinge unterhalten" und gute Tipps bekommen. Tipps, die der "Rosen"-Wirt umzusetzen versucht. "Ich kaufe jetzt ausschließlich hochwertige Produkte ein, habe die Speisekarte verändert. Und wir haben angefangen, die Küche zu renovieren", berichtet Reinhard.

Zudem suche er momentan über den Hotel- und Gaststättenverband nach "gutem und qualifiziertem Personal." Christian Rach habe ihm auch gesagt, dass größere Investitionen in das Wirtshaus "unumgänglich" seien. Dazu allerdings fehlt Reinhard das Geld, wie er einräumen muss.

RTL will Rachs Stippvisite ausstrahlen, teilt ein Sprecher der RNZ auf Anfrage mit. Noch gäbe es aber keinen festen Sendetermin. Die fünfte Staffel laufe bis Mitte März. Ob die "Goldene Rose" in der aktuellen Reihe "untergebracht" werden könne, stehe noch nicht fest, so der RTL-Sprecher weiter. Beim "Flic Flac" liegt die Sache anders. RTL strahlt die Folge über das Mannheimer Lokal am 31.Januar aus.

"Möglicherweise wird der Schriesheimer Fall erst im kommenden Jahr gesendet", erklärt der Sprecher des Privatsenders. Das wäre Karl Reinhard nicht recht. Er hofft, dass Christian Rach bald für weitere Dreharbeiten in die Weinstadt zurückkehrt. Gemeinsam mit dem TV-Koch will der Schriesheimer dann an einem ausgewählten Abend am Herd stehen und seine Gäste verwöhnen.

Bilder davon sollen über die Mattscheibe gehen. "Damit die Zuschauer einen positiven Eindruck bekommen", sagt Reinhard. "Denn es soll hier auf jeden Fall weitergehen." „Rosen"-Wirt hofft auf Rachs Hilfe

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung