28.01.2011

Vereine werden über Rauchverbot informiert

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Während das Rauchverbot in Bier-, Wein- und Festzelten in Schriesheim beim Mathaisemarkt erst im kommenden Jahr wirksam werden soll, gilt es für alle anderen Veranstaltungen schon ab sofort. Hauptamtsleiter Edwin Schmitt sagte gestern auf Anfrage, dass das Ordnungsamt bereits ein Schreiben an die Vereine aufgesetzt habe. Diese werden darin über den Beschluss und seine Auswirkungen informiert.

Doch was ist ein Zelt im Sinne des Beschlusses? Schmitt sagte, dass man die Definition von Seiten der Stadt eher weiter fasse als zu eng. Es sei zumindest nicht ausgeschlossen, dass auch in Zelt-Pavillons, die zu allen vier Seiten hin offen sind, das Rauchen untersagt sei: "Das muss man aber im Einzelfall sehen", sagte Schmitt. Man müsse auch abwarten, wie sich das Rauchverbot einspiele. Kontrollen durch das Ordnungsamt etwa bei Sommerfesten der Vereine oder anderen geselligen Anlässen im öffentlichen Raum (wie zum Beispiel der Weinwanderung oder dem Stadtfest) seien nicht unmöglich. Doch Schmitt sagte auch, dass die Stadt durchaus auf Selbstkontrolle setze. Wer sich nicht an den Beschluss halte, müsse mit Sanktionen rechnen. Das könne von Bußgeldern bis hin zur Verweigerung von Betriebserlaubnissen gehen.

Was den Mathaisemarkt 2012 angeht, sagte Schmitt, dass eine Kündigung des bestehenden Vertrags mit dem Festzeltbetreiber "Göckelesmaier" nicht unbedingt nötig wäre. Dessen Vertrag verlängert sich nach jedem Mathaisemarkt automatisch um ein Jahr. Das könnte auch so bleiben, wenn sich die Stadt mit Festzeltwirt Karl Maier lediglich über eine Vertragsänderung oder -ergänzung einigen könnte, meinte Schmitt.

Im Zelt der Leistungsschau des Bundes der Selbstständigen (BDS) ist die Lage anders. Der BDS mietet den Platz von der Stadt an, baut darauf das Gewerbezelt auf und vermietet die Stände weiter. Schriesheims BDS-Chef Horst Kolb erläuterte, dass die Verträge mit den Ausstellern und Gastro-Betreibern jedes Jahr im Zuge der Anmeldung eines Standes neu geschlossen würden.

Dass sich die Welde-Brauerei oder das Weinhaus Bartsch nach dem Beschluss zum Nichtrauchen nächstes Jahr zurückziehen könnten, befürchtet Kolb nicht: "Denn beim Nichtrauchen gibt es ja schon eine gewisse Gewohnheit." Gleichwohl war Kolb davon überzeugt, dass eine schnelle Durchsetzung des Rauchverbots in diesem Jahr "problematisch" und vor dem Hintergrund der allgemeinen Gesetzeslage "unschön" gewesen wäre. Festzeltwirt Karl Maier war gestern für eine Stellungnahme zum Rauchverbot am kommendem Jahr nicht zu erreichen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung