22.08.2003

Die Strahlenburg wurde von den Kindern erobert

Und zwar im Rahmen der Ferienspiele: Evangelische Kirchengemeinde gestaltete im Wald oberhalb der Burg eine biblische Geschichte einmal anders
Schriesheim. (cj) "Die Strahlenburg soll fallen!" Rund 40 Kinder schreien aus vollem Halse. Gestern Mittag trafen sie sich im Rahmen des Kinderferienprogramms mit Frieder Menges und dessen engagierten neun Helferinnen und Helfern vor der evangelischen Kirche. Von da aus ging's bei herrlichem Wetter durch die Weinberge in den Wald zur Schwedenschanze.

Hier war der Ausgangspunkt des Geländeparcours mit sechs Spiel- und Aufgabenstationen, die auf der Bibelgeschichte über die Eroberung Jerichos durch die Israeliten basierten.

Nun begann das Abenteuer für die sechs Gruppen; die Neun- bis Zwölfjährigen waren enthusiastisch dabei und lösten mit großer Begeisterung ihre Aufgaben. "Mir macht's auch immer wieder Spaß!", meinte Menges über die Aktivitäten der Ferienspiele, bei denen er nun seit 20 Jahren aktiv mitmacht. Gute Laune und Freude am Tüfteln im Wald zeigten die Kinder ebenso wie die Helfer.

Ob es ums Erbauen einer Gedenkstätte aus mächtigen Steinen ging, wenn es darum ging, bunte Bänder mit selbstgebauten Angeln zu fassen zu bekommen oder darum, eine Kletterwand zu überwinden, was die Jordanüberquerung darstellen sollte: Alle Aufgaben wurden mit Bravur gelöst.

Zur besseren Tarnung vor "feindlichen Angreifern" - imaginären, versteht sich - wurden die Teilnehmer mit erdfarbenen Tönen bemalt und sahen nun wirklich erschreckend aus. "Wir waren so gut im Versteckspiel, dass uns niemand gefunden hat!", grinste der neunjährige Stefan Hertel. Als alle Rätsel entschlüsselt und jedes Kind sich wieder eingefunden hatte, gab es zur Stärkung genug zu Trinken und etwas zum Naschen. Trotz aller Anstrengung waren die Kinder "immer noch fit und voller Elan", meinte Katharina Ufholz, eine der Helferinnen.

Nun führte der Weg querfeldein zurück durch den Wald, und schon bald darauf war Schriesheims Burg wieder zu sehen.

Bestens gerüstet waren sie jetzt für die wichtigste Tat: Die Eroberung der Stadt Jericho, hier die der Strahlenburg. Diese sollte genau wie damals bei Josua und den Israeliten eingenommen werden, nämlich unter anderem durch lautstarkes, fröhliches Singen - auf der Gitarre begleitet von Johannes Gerhardt, einem weiteren Helfer und Theologiestudenten. Nach einigen Probeläufen stimmte auch die Lautstärke: Die Mauern - aus Pappkarton - gaben nach und stürzten ein. So wurde "der Feind" überwunden.

Nachdem das Sieges- und Kampfgebrüll verebbt war, gab es eine Siegerehrung der sechs Kindergruppen. Die freuten sich über tolle Gewinne, die ihnen Menges überreichte. Doch dann war keiner mehr wirklich zu bremsen, und endlich wurde der Turm der Strahlenburg bestiegen. Das galt als Zeichen der vollständigen Einnahme und des endgültigen Sieges über die Widersacher.

Mit dem tollen Gefühl im Bauch, einen weiteren aufregenden und ungewöhnlichen Ferientag miterlebt zu haben, führte der Weg alle Beteiligten wieder hinab zum Fuße der gerade eroberten Strahlenburg.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung