13.05.2011

„Dieser Platz ist kein Spielplatz"

„Dieser Platz ist kein Spielplatz"

Die Eltern hätten sich gewünscht, dass der Schulhof von März bis Oktober für Autos gesperrt wird. Die Mehrheit des Ortschaftsrats war dagegen, was die Eltern enttäuschte. Foto: Dorn

Schriesheim-Altenbach. (sk) "Wir können aus einem Multifunktionsplatz keinen Spielplatz machen. Wir brauchen einen Platz für Veranstaltungen und als Parkplatz", erklärte Dr. Herbert Kraus (FWV/AL) im Ortschaftsrat. Damit hatte er die Mehrheit des Gremiums auf seiner Seite, das in seiner Sitzung einen Antrag von Elternbeiräten und Altenbacher Grundschule ablehnte.

Dreh- und Angelpunkt der Diskussion war die Aufstellung von Spielgeräten auf dem Schulhof. Von März bis Oktober, so der Vorschlag des Elternbeirats, sollten die Geräte installiert und der Hof für Autos gesperrt werden. "Der Platz hat als Schulhof eine zentrale Bedeutung", argumentierten die Eltern. Ausnahmen könne es für Veranstaltungen wie die Kerwe geben. Christian Wolf (GL) ging noch einen Schritt weiter. Er schlug vor, den Platz bereits jetzt, vor Beginn der Bauarbeiten, für Autos zu sperren. "Ohne sofort Fakten zu schaffen" sollte so getestet werden, wie sich eine Sperrung für die Bürger auswirke. Letztlich mache die Sperrung nicht so viel aus, da im Sommer ohnehin "die Bagger anrollen werden", um mit dem ersten Bauabschnitt des Projekts "Altenbacher Ortsmitte" zu beginnen. Als Grund für diesen Schritt machte Wolf eine Spaltung des Ortes in Befürworter und Gegner des Parkens im Hof aus, die es zu verhindern gelte.

"Öffentlicher Parkraum steht im Ort aber nur an sehr wenigen Plätzen zur Verfügung", hielt Karl Reidinger (CDU) dagegen. Weshalb der Hof nach Schulschluss als Parkplatz gebraucht werde. Nicht zuletzt sei es den Mitgliedern der Feuerwehr nicht zuzumuten, vor Einsätzen nach einem Parkplatz zu suchen. Alternativen zum Schulhof gebe es nicht. Hier verwies auch Kraus darauf, dass die Verwaltung sich in der Nachbarschaft auf die Suche nach anderen Parkmöglichkeiten gemacht und dabei keinen Erfolg hatte.

Die deutlichsten Worte fand SPD-Ortschaftsrat Dieter Lucke: "Dieser Platz ist kein Spielplatz. Wir haben einen Spielplatz, und der befindet sich am Zehntberg, der nur wenige Minuten von der Schule entfernt ist." Immerhin sei nur an weniger als 200 Tagen im Jahr Schule, und während dieser Zeit werde der Hof auch nur kurz für die Dauer der Pausen genutzt. Die Diskussionen bezeichnete er als unendliche Geschichte, da sie bereits seit einem Jahr immer wieder geführt würden.

Für den Eltern-Vorschlag stimmten FWV/AL-Ortschaftsrätin Alexandra Lehmann sowie die GL-Fraktion. Eine Mehrheit bestehend aus dem Rest der FWV/AL-Fraktion, der CDU und Lucke lehnte den Antrag ab. Damit bleibt es bei der beschlossenen Regelung: Der Hof soll im hinteren Bereich eine Kletterwand erhalten. In den Hofpausen sollen den Kindern mobile Spielgeräte zur Verfügung stehen, während der Hof nach Schulschluss zum Parken und für Veranstaltungen genutzt werden kann.

"Den Autos wird damit der Vorrang gegeben, und die Weiterentwicklung für die Kinder und für alle Bürger wird in den Hintergrund gestellt", kritisierte Elternbeiratsvorsitzender Volker Neveling nach der Sitzung. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich der Ortschaftsrat "um keinen Millimeter bewegt" und seine Wertschätzung für die Arbeit der Eltern "nur in Worten ausgedrückt" habe.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung