02.08.2011

Die Kosten steigen um 30 Prozent

Die Kosten steigen um 30 Prozent

Die Zufahrt zum Branichtunnel. Über die Brücke führt die B3 an der Bergstraße. Foto: Dorn

Schriesheim. (cab) Aus geplanten 45 Millionen Euro für den Rohbau des Schriesheimer Branichtunnels werden 57,4 Millionen Euro, aus den prognostizierten 63 Millionen Euro für das gesamte Mammutprojekt im Landesstraßenbau werden nach momentanem Stand der Dinge 85 Millionen Euro: Die Kostenexplosion war der Schönheitsfehler der gestrigen Nachricht aus dem Stuttgarter Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, dass es weitergehen wird mit dem Tunnelbau an der Bergstraße.

Der "Anstich" für den Sprengvortrieb der 1576 Meter langen, zweispurigen Röhre samt ihrer Rettungsstollen soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres erfolgen. Danach wird es mindestens drei Jahre dauern, bis die Tunnelbauer am Ostportal ankommen. Dort muss die Trasse schließlich noch an die Talstraße angeschlossen und die Betriebstechnik in den Tunnel eingebaut werden. Wenn alles fertig ist, soll die neue L 536 die Schriesheimer Ortsdurchfahrt entlasten und den Odenwald besser an die Rheinebene anbinden. Mit der Freigabe für den Verkehr rechnet Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) frühestens im Jahr 2015, also ein Jahr später als bisher geplant. Den Schriesheimern wäre 2014 lieber gewesen, denn dann feiern sie auch das 1250-jährige Jubiläum ihrer Stadt.

Die enorme Kostensteigerung begründete der Weinheimer Landtagsabgeordnete der Grünen, Uli Sckerl, mit "geologischen Unwägbarkeiten" im Branich. Er hatte stets betont, dass bereits begonnene Projekte unter Grün-Rot vollendet würden. Dennoch kam das Schriesheimer Tunnelprojekt nach der Landtagswahl im März zunächst zum Erliegen. Die Vergaben wurden zurückgestellt. Jetzt aber, so Hermann, seien die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für den Weiterbau geschaffen.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung