25.08.2011

Straßenfest als Chance für Geschäftsleute

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Zum Straßenfest gehört der Verkaufsoffene Sonntag einfach dazu. Dieses Jahr öffnen die Geschäfte am 4. September von 12 bis 17 Uhr: "Eine ganz wichtige Sache", findet der Vorsitzende des örtlichen Bundes der Selbstständigen (BDS), Rolf W. Edelmann. Er kann allen Geschäftsleuten der Innenstadt nur empfehlen mitzumachen: "Man sollte den Verkaufsoffenen Sonntag als Chance wahrnehmen, gerade auch auswärtige Besucher des Straßenfestes als potenzielle Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Wir brauchen die Kundschaft aus den Nachbarorten."

Selbstverständlich, sagt Edelmann, brauche Schriesheims Ladenwelt auch die eigenen Bürger. Aber was den Werbeeffekt des Straßenfest-Sonntags angehe, sei er gerade bei Auswärtigen am größten: "Zumal wir den Kunden schon vor der Vollendung des Branichtunnels zeigen müssen, was wir zu bieten haben. Sich zu zeigen, lohnt sich also immer. Geschäftsleute, die sagen, dass der Verkaufsoffene Sonntag sowieso nichts bringe, liegen definitiv falsch."

Bei über 30 Selbstständigen - Läden, Gastro- und Handwerksbetrieben sowie Apotheken - gibt es zudem seit dem ersten Adventswochenende des vergangenen Jahres die "Schriesheimer Strahler", quasi die Einkaufswährung der Stadt, die auch am Verkaufsoffenen Sonntag zu haben sind.

Die Gutscheine sind zurzeit in einer Auflage von rund 1600 Stück im Umlauf. Jeder einzelne "Strahler" hat einen Wert von zehn Euro für den Einkauf und kann bei den Teilnehmerbetrieben eingelöst werden. Dass der "Schriesheimer Strahler" selbst als Spende einsetzbar ist, zeigte kürzlich die katholische Kirchengemeinde, als sie dem Sozialamt einige der Gutscheine überreichte, die nun Bedürftigen zugute kommen sollen.

Die Erfolgsgeschichte des "Schriesheimer Strahlers" begann eigentlich schon beim Straßenfest im vergangenen Jahr. Schriesheims Wirtschaftsförderung und der BDS riefen die Kunden gemeinsam zum Namenswettbewerb für die Einkaufswährung auf, die damals noch in Planung war. Genau 108 Vorschläge wurden eingereicht - von "Gutschi" bis "Shoppi". Vom Erfolg des "Schriesheimer Strahlers" ist auch Edelmann überrascht: "Das hätte ich so nicht erwartet. Dieser Gutschein kann unser Geschäftsleben nur beflügeln", sagt der BDS-Vorsitzende, der als Nachfolger von Horst Kolb seit gut 100 Tagen im Amt ist.

Edelmanns erste Bilanz fällt durchweg positiv aus: "Ich bin sehr zufrieden." Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei gut: "Das Ordnungsamt und Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger gehen auf mich zu. Und auch wir suchen den Kontakt und haben im Rathaus immer offene Türen. Es wäre schön, wenn das so weitergeht." Denn diese Art der Kommunikation sei wichtig.

Gerade auch, wenn es um das Projekt geht, das Edelmann noch in diesem Herbst unter Dach und Fach bringen möchte: die Erweiterung des Wochenmarktes. Zwei interessierte Marktbeschicker habe er schon dafür. Zurzeit gibt es vier Stände, Edelmann würde deren Zahl gerne verdoppeln - bei einer Erweiterung des Warenangebots: "Wir wollen ja keine Konkurrenz innerhalb des Marktes." So ist einer der potenziellen Interessenten auf Öle, Essige, Marmeladen und Chutneys spezialisiert, ein weiterer auf Käse.

Auch mit dem offiziellen Marktmeister, Heinz Kimmel, sei er in gutem Einvernehmen über den Ausbau des Wochenmarktes. Entscheiden muss aber der Gemeinderat. Edelmann hofft, dass das Gremium schon im September die Weichen stellt. Dann ist es Aufgabe des BDS, weitere Beschicker zu finden, die ihren Antrag auf Zulassung für den Wochenmarkt jedoch bei der Stadt stellen müssen (weiterer Bericht folgt).

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung