10.11.2011

Pfitzenmeier darf kommen

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Einer Niederlassung des Schwetzinger Fitness-Unternehmens Pfitzenmeier im Gewerbegebiet steht nichts mehr im Wege. Der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) stimmte der entsprechenden Nutzungsänderung des alten Rewe-Marktes im Spännigweg 3 bei Enthaltung von Rainer Dellbrügge (SPD) zu. Zudem genehmigte der Ausschuss eine Ausnahme vom Bebauungsplan, der im Gewerbegebiet "Anlagen für gesundheitliche und sportliche Zwecke" verbietet.

Bürgermeister Hansjörg Höfer informierte im Vorfeld auf Anfrage der RNZ darüber, dass Pfitzenmeier einen Club seines Segments "Venice Beach" in Schriesheim plane. Laut Homepage der Fitness-Firma sind auch in Weinheim und Dossenheim "Venice Beach"-Einrichtungen "in Vorbereitung".

Am Gebäude des Rewe-Marktes soll sich für die neue Nutzung nur wenig ändern. Lediglich ein 2,50 auf 7,50 Meter messender Anbau im Westen sei als Erweiterung eines Ruheraumes nötig, hieß es in der Verwaltungsvorlage. Dem wurde stattgegeben. Neben einer Sauna und den Sanitäranlagen soll das Fitnessstudio einen Kursraum von 268 Quadratmetern sowie eine Trainingsfläche von rund 740 Quadratmetern Größe beinhalten. Höfer sagte im Gespräch, dass Pfitzenmeier das Gelände samt Gebäude bereits gekauft habe - also vor den gestrigen Entscheidungen des Bauausschusses.

Nach dem Einzelhandelsgutachten der Stadt ist die sportliche Nutzung im Gewerbegebiet nicht ausgeschlossen. Daher äußerte die Verwaltung die Ansicht, dass der Befreiung vom Bebauungsplan zugestimmt werden könne. Höfer sagte in der Sitzung, dass wenn nicht hier, so doch an anderer Stelle in der Stadt eine Konkurrenz zum KSV Fitness Treff, dem vereinseigenen Studio des Schriesheimer Kraft-Sport-Vereins (KSV) entstehen könne. Der KSV betreibt es an der Mehrzweckhalle. Eigentlich sei Pfitzenmeier für den KSV auch gar keine Konkurrenz, so Höfer.

Daran äußerte Heinz Kimmel (Freie Wähler) zumindest Zweifel. So sah es auch Dellbrügge: "Ich tue mich schwer mit direkter Konkurrenz zum KSV." Zudem störte sich der Sozialdemokrat am Gedanken an ein Fitnessstudio im Umfeld von verarbeitendem Gewerbe.

Christian Wolf (Grüne) hatte diese Zweifel nicht: "Das passt ins Gewerbegebiet." Seine Fraktionskollegin Gisela Reinhard sprach von einer "anderen Zielgruppe", die Pfitzenmeier anspreche. Das hatte auch Michael Mittelstädt (CDU) zuvor so bewertet. Pfitzenmeier ziehe ein anderes Klientel an als der KSV Fitness Treff. CDU-Stadtrat Karl Reidinger sah im "Venice Beach" eine "Ergänzung" zum Angebot des KSV.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung