10.11.2011

"Mit Sicherheit eine Konkurrenz"

Schriesheim. (cab) Der Bauausschuss hat am Montag den Weg freigemacht für die Ansiedlung eines "Venice Beach"-Fitnesscenters der Firma Pfitzenmeier im Gewerbegebiet. Die Kommunalpolitiker mussten dafür eine Ausnahme vom Bebauungsplan des Gewerbegebiets genehmigen, der "Anlagen für sportliche Zwecke" ausschließt. Vor allem Grüne und CDU sahen in dem neuen Fitnessangebot keine Konkurrenz für den KSV Fitness Treff, das vereinseigene Studio des Kraft-Sport-Vereins (KSV) an der Mehrzweckhalle. Eine Einschätzung, die KSV-Vorsitzender Klaus Grüber im RNZ-Gespräch nicht teilt.

Herr Grüber, Grüne und CDU argumentierten, Pfitzenmeier sei keine Konkurrenz für den KSV, da mit dem neuen Studio im Gewerbegebiet eine "andere Klientel" angesprochen werde. Ist das so?

Wenn ein Mitbewerber am selben Ort erscheint, dann ist das mit Sicherheit eine Konkurrenz. Wir sprechen Jung und Alt gleichermaßen an. Fakt ist, dass wir schon ein paar Austritte junger Aktiver zu verzeichnen haben, seit die Absichten von Pfitzenmeier bekannt wurden. Das war ja schon länger ein Thema.

Aber der KSV Fitness Treff verfolgt doch ein anderes Konzept.

Absolut. Doch auch wir haben junge Leute bei uns, die nicht unsere Gesundheitsangebote nutzen wollen, sondern Hanteln und Geräte. Es bleibt dabei: "Venice Beach" wird ein Konkurrent sein.

Den KSV würde die Ansiedlung von Pfitzenmeier aber überhaupt nicht stören, war im Vorfeld zu hören. Das habe der Verein selbst so kommuniziert.

Das ist absolut falsch. Wir haben immer gesagt, dass wir Pfitzenmeier nicht verhindern können. Da wussten wir allerdings noch nicht, dass Sport im Gewerbegebiet laut Bebauungsplan eigentlich nicht vorgesehen ist. Hier wird ebenso eine Ausnahme gemacht wie kürzlich bei der Kinderkrippe. Da fragt man sich langsam schon, wozu es den Bebauungsplan überhaupt gibt. Dass uns die Sache mit Pfitzenmeier nicht stören soll, ist jedenfalls abwegig.

Hat vor der Sitzung am Montag mal ein Stadtrat bei Ihnen nachgefragt, wie Sie die Sache sehen?

Uns hat nur Rainer Dellbrügge von der SPD angerufen. Auf andere sind wir dann noch selbst zugegangen.

Andererseits kann der KSV nicht erwarten, dass die Stadt in einer solchen Frage auf die Befindlichkeiten eines Vereins Rücksicht nimmt, oder?

Das muss sie natürlich nicht. Wir haben Gewerbefreiheit. Außerdem bricht der KSV jetzt bestimmt nicht in Heulen und Zähneknirschen aus. Schließlich sind wir vorbereitet und werden strukturell reagieren. Aber es wäre eben schön gewesen, wenn die Fakten vorher mal auf den Tisch gekommen wären. Es ist eine Frage des Entgegenkommens. Zumal wir für die Stadt dieses Jahr auch schon in die Bresche gesprungen sind und unsere Räume im Zuge der Mehrzweckhallensanierung für den Schulsport zur Verfügung gestellt haben. Von den Lehrern hören wir übrigens nur Gutes. Sie sind sehr zufrieden. Nicht selten ist die Stadt auf die Mithilfe der Schriesheimer Vereine angewiesen, etwa beim Mathaisemarkt. Auch für die 1250-Jahrfeier im Jahr 2014 kam schon die Anfrage, wie wir uns einbringen können.

Ist es Pfitzenmeier geschuldet, dass für den KSV die Erweiterung seines Studios gestorben ist, wie man hört?

Ich höre auch immer, die Sache sei für den Verein "gestorben". Das stimmt aber nicht. Wir haben immer gesagt, dass die Erweiterung verschoben ist. Das ist etwas ganz anderes.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung