12.01.2012

Ausgediente Bäume werden als Biomasse verheizt

Schriesheim. (sk) Die ersten Bäume warten bereits im Anhänger, als die Helfer von der Jugendfeuerwehr aufbrechen, um im Stadtgebiet ausgediente Weihnachtsbäume einzusammeln. "Die hat wohl schon jemand auf dem Hinweg eingesammelt", vermutet einer der Floriansjünger mit Blick auf das Tannengrün. Diese kleine Arbeitsersparnis soll sich im Lauf des Vormittags noch als sehr umsichtig erweisen, denn schon nach der ersten Stunde öffnet der Himmel am Samstagmorgen seine Schleusen, und ein unfreundlich kalter Wind pfeift um die Häuserecken.

Die drei Traktoren, die mit Anhängern im Stadtgebiet unterwegs sind, werden der Jugendfeuerwehr gratis zur Verfügung gestellt, aus dem eigenen Fuhrpark stammt dagegen der kompaktere "Gerätewagen Logistik", der sich die schmaleren, steilen Straßen des Branichs vornimmt.

20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, fünf "externe" Helfer und 20 Aktive sorgen an diesem Tag unter dem Kommando von Jugendleiter Marc Ries für den reibungslosen Abtransport der Christbäume. Mit einem laminierten Stadtplan in der Hand wird das Gebiet aufgeteilt und abgefahren. In der Heidelberger Straße bietet sich schon ein gewohntes Bild: Die Bäume, die der BDS alljährlich als Weihnachtsschmuck vor den Geschäften aufstellt, sind nach wie vor geschmückt und mit Draht an Straßenlaternen oder Verkehrsschildern befestigt: Hier braucht die Feuerwehr wie immer etwas länger, denn die Bäume müssen erst mühsam entfernt werden, kommen dann aber mitsamt Schmuck auf den Anhänger.

Eine andere Gruppe ist im Dossenheimer Weg unterwegs: Zwei der Jugendlichen sammeln in Windeseile die Bäume ein, die schon an der Straße bereitstehen, während ein anderer klingelt und die "Abhol-Spenden" einsammelt. War es in früheren Jahren noch gang und gäbe, einen Obolus gut sichtbar am Baum zu befestigen, wird heute wegen der vielen Diebstähle davon abgeraten. In flottem Tempo erreicht der Traktor bald das Gewerbegebiet, von wo es zurück geht in Richtung Festplatz.

"Diesmal läuft es anders als im letzten Jahr: Die Bäume kommen hier am Festplatz in Container, die uns die AVR kostenlos zur Verfügung stellt", informiert Kommandant Oliver Scherer, der gerade in der Einsatzzentrale am Telefon Dienst tut. Wurden die Bäume in früheren Jahren immer zum städtischen Häckselplatz gebracht und dort vom Bauhof zu Mulch verarbeitet, ist das diesmal nicht möglich. "Der Häckselplatz ist in diesem Jahr so voll, dass man dort nicht mal einen Zweig abgeben kann", berichtet Scherer. Für die Feuerwehr und die AVR ist die jetzige Lösung aber auch nicht schlecht: Die Bäume werden nämlich im betriebseigenen Biomassekraftwerk verheizt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung