07.02.2012

Am Tunnel ist es zu kalt zum Graben

Schriesheim. (cab) Nachdem am vergangenen Mittwoch der offizielle Tunnelanschlag für den Branichtunnel gefeiert wurde, müssen jetzt die Vortriebsarbeiten am Haupttunnel aufgrund der anhaltenden Minustemperaturen vorläufig eingestellt werden. Das gab das Regierungspräsidium Karlsruhe als zuständige Behörde am Freitag bekannt. Wegen des Dauerfrostes könne die Spritzbetonsicherung für die Tunnelaußenschale nicht aufgebracht werden.

Deshalb hat sich die Bauleitung gemeinsam mit der ausführenden Firma Züblin dafür entschieden, den eingestellten Vortrieb des Fluchtstollens wieder aufzunehmen. Im Rettungsstollen, der im Berg mittlerweile eine Länge von 94,5 Meter aufweist, sind die Arbeiten nahezu witterungsunabhängig zu machen.

Aus diesem Grund werden ab kommendem Montag, 6. Februar, die täglichen Sprengungen im Rettungsstollen fortgesetzt. Die erste Sprengung gebe es voraussichtlich zwischen 7 und 8 Uhr, teilte die Behörde mit. Sobald die Temperaturen wieder Arbeiten am Haupttunnel zulassen würden, stelle man die Sprengungen im Rettungsstollen zunächst wieder ein. Der Vortrieb des Haupttunnels sei dann für mehrere Wochen ohne Sprengungen möglich, da hier zu Beginn noch kein Granit, sondern Lößlehm anstehe, der durch Bagger abgegraben werden könne, so das Regierungspräsidium.

Kürzlich beantwortete Projektleiter Ralph Eckerle zudem die Frage, warum der Eingang zum Fluchtstollen so viel höher liegt als der Tunnelmund: Der Fluchtstollen ende bewusst an der Zufahrt zum künftigen Betriebsgebäude des Tunnels. Und das liegt quasi auf der Tunnelröhre.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung