07.02.2012

Am 20. Februar beginnt Neubau des Bahnhofs

Am 20. Februar beginnt Neubau des BahnhofsDie RNV stellte am Freitag die Planung für den Umbau des Schriesheimer Bahnhofs vor. Fotos: Dorn

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Es sind bedeutende Tage für die städtische Verkehrsinfrastruktur, die Schriesheim zurzeit erlebt. Erst am vergangenen Mittwoch der feierliche Anstich für den Branichtunnel und am Freitag die Pressekonferenz im Vorfeld des Bahnhofumbaus. Am 20. Februar soll es losgehen mit der siebten und letzten Bauphase im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus der Bahnlinie 5 an der Bergstraße zwischen Schriesheim und Weinheim.

Die dafür verantwortliche Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) hatte zum Pressetermin im Rathaus ihre Führungskräfte aufgeboten: den kaufmännischen Geschäftsführer Andreas Kerber, den Bereichsleiter Infrastruktur, Norbert Buter, seinen Kollegen für den Fahrbetrieb, Franz-Wilhelm Coppius sowie die Projektleiter für den zweigleisigen Ausbau, Doris Vogt und Steffen Magin. Auch Baustellenbeauftragter Reinhold Höpfer saß mit am Tisch.

"Alle Beteiligten sind da. Das zeigt die Bedeutung des Bahnhofumbaus", freute sich Bürgermeister Hansjörg Höfer in seiner Einleitung. Der Bahnhof sei ein städtebaulich wichtiger Teil Schriesheims - nah an der Innenstadt und zu Fuß zu erreichen, so Höfer. Der Gemeinderat habe lange über die Lage des neuen Bahnhofs diskutiert. Die Lösung sei gut, auch für die geplante Bebauung auf dem OEG-Areal. Nun hoffe er auf eine "schnellstmögliche Umsetzung", so der Rathauschef.

Bis Juli, meinte Buter, werde der barrierefrei ausgebaute Bahnhof fertig sein. Danach stünden bis Oktober nur noch Restarbeiten an. Der Bahnhof wird sich rund 60 Meter weiter südlich befinden als die jetzigen Bahnsteige. An den neuen Bahnhof werden sich unmittelbar östlich die neuen Bushaltestellen anschließen, so dass ein direktes Umsteigen möglich sein wird. Modernste Standards, so die RNV-Vertreter, würden erfüllt.

So bekommt der neue Bahnhof optische und taktile Leitsysteme für Sehbehinderte, Ticketautomaten sowie Fahrgastunterstände und eine Beleutung, wie man sie von den bereits erneuerten Haltestellen längs der Bergstraße kennt. Die Helligkeit an Gleisen und Bussteigen soll auch ein Sicherheitsplus in den Abendstunden sein. Zudem werden sowohl Bus- als auch Bahnhaltestellen mit sogenannten Dynamischen Fahrgastinformationsanzeigern ausgestattet, die minutengenau die Fahrzeiten der nächsten Verbindungen angeben. Alle Zustiege werden um 25 bis 30 Zentimeter angehoben, um das Zusteigen in Busse und Bahnen ohne Stufen und Hindernisse zu ermöglichen. Dafür soll auch die RNV-Zugflotte bis kommendes Jahr nahezu komplett auf neue Niederflurbahnen umgerüstet werden. Die RNV teilt den Umbau des Bahnhofs in sieben Phasen ein.

Die Arbeiten beginnen Ende Februar mit Vorbereitungen, wie der Baustelleneinrichtung im Bereich des alten Trafogebäudes und der Herstellung der Fundamente für die Fahrleitungsmasten. Dann werden zunächst die Anlagen östlich des jetzigen Gleises 2 rück- und neugebaut und an den Bestand angeschlossen, danach passiert das Gleiche mit den Gleisanlagen im westlichen Bereich neben der B 3. Dieses Verfahren macht den Bahnhofsbau bei laufendem Betrieb der Busse und Bahnen möglich. Nur an zwei Wochenenden Anfang Mai und Ende Juni muss es einen Schienenersatzverkehr durch Busse geben - für den Anschluss der neuen an die bestehende Infrastruktur. Schließlich wird die neue Zu- und Ausfahrt der Busse gebaut.

Der Straßenverkehr auf der B 3 kann an der Baustelle immer vorbeifahren. Zeitweise könne es aber zu Behinderungen durch Baufahrzeuge oder zur Verengung der Fahrbahn kommen, hieß es. Zumal auf Höhe des Restaurants "Schossé 80" einen neuen Fußgängerüberweg über die Bundesstraße geben soll. In der Bauzeit werde zudem das Parken "rund um den OEG-Bahnhof" eingeschränkt möglich sein. Davon sei die Schillerstraße aber nicht betroffen, sagte Vogt ausdrücklich.

Info: Für Fragen zum Schriesheimer Bahnhofneubau steht RNV-Baustellenbeauftragter Reinhold Höpfer zur Verfügung. Er ist im Container am Bahnhof dienstags von 11 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr anzutreffen, Telefon 0 62 1/465 2123, E-Mail: bergstrasse@rnv-online.de.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung