17.02.2012

Etwas Lärm um die Schallschutzwand

Schriesheim. (sk) Wie teuer wird die Lärmschutzwand an der Tunnel-Einfahrt längs des Baugebiets "Nord"? Um wie viel wurde der ursprüngliche Planungsansatz überschritten? Antworten auf diese Fragen fanden die Stadträte nicht in der Verwaltungsvorlage, sondern erst im Gespräch mit Stadtbaumeisterin Astrid Fath. "Hätten wir die Zahlen gleich gehabt, hätte das vieles einfacher gemacht", kritisierte CDU-Stadtrat Michael Mittelstädt in der Gemeinderatssitzung, worin ihm Heinz Kimmel (FW) und Wolfgang Fremgen (GL) zustimmten.

Klärung brachte die Nachfrage: Mit 430.000 Euro wurde der Lärmschutzwall im Jahr 2008 veranschlagt. Etwa 300.000 Euro wurden bislang für den Bau ausgegeben, dessen letztes Teilstück jetzt vom Gemeinderat bewilligt wurde. Ein Haushaltsrest aus dem Jahr 2009 von 200.000 Euro soll in die Finanzierung einfließen. Für den letzten Bauabschnitt liegt der Verwaltung ein Angebot der Firma Lärmschutzwand Schneider aus dem schwäbischen Donzdorf vor, das sich auf eine Summe von rund 97.000 Euro beläuft. Ein Teil dieser Kosten, darunter Baustelleneinrichtungskosten, wird vom Regierungspräsidium übernommen.

Soweit so gut. Die ursprünglich veranschlagten Kosten würden damit nicht über-, sondern unterschritten. Mehrkosten entstehen allerdings durch ein leicht verändertes Gelände, das durch das Planungsbüro aufgenommen wurde. Klar wurde auch, warum vom Beginn der Bauarbeiten bis jetzt so viel Zeit vergangen ist: Ein Teil der Lärmschutzwand wurde wegen des Baustellenverkehrs am Tunnel noch nicht eingesetzt. Bis die Verlängerung der L 536 fertig gestellt wurde, verlief die Zufahrt über den Uzèsring. Nun sollen die Anschlusspunkte der Lärmschutzwand miteinander verbunden werden, was SPD-Stadtrat Sebastian Cuny in Anlehnung an Willy Brandt kommentierte: "Nun wächst zusammen, was zusammengehört."

Los geht es mit den Bauarbeiten im April: Durch den späten Wintereinbruch habe es an der Baustelle nämlich Verzögerungen gegeben, erklärte Fath. Dafür rechnet die Stadtbaumeisterin mit einer Fertigstellung im Mai. Eine Sache gefiel den Stadträten allerdings gar nicht: Die Wand, die an die Anschlusspunkte der Brücken anknüpft, soll zwischen fünf und 5,20 Meter Höhe erreichen. "Das ist schon ziemlich wuchtig", fand Mittelstädt, und auch Fremgen und Kimmel hielten die massive Bauhöhe für "etwas störend".

Durch einen Materialmix werde der Eindruck allzu großer Höhe entschärft, und das Bauwerk erhalte eine gewisse optische Leichtigkeit, versprach indes Bürgermeister Hansjörg Höfer. Wie beschlossen, soll die Lärmschutzwand aus einer Kombination aus Gabionenwänden, Holz und Glaselementen gebaut werden. An der Höhe, die durch Lärmschutzvorschriften festgelegt werde, könne man leider auch nichts ändern, bedauerten Kimmel und Mittelstädt. Weshalb der Gemeinderat denn auch einstimmig für die Fertigstellung der Wand votierte.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung