20.02.2012

Vorfreude auf das "ehrenvolle Amt"

Vorfreude auf das "ehrenvolle Amt"

Friedrich Ewald (l.) und Hansjörg Höfer (r.) mit den amtierenden Hoheiten Sophie, Sandra und Almut (vorne, v. l.) sowie ihren Nachfolgerinnen, der designierten Weinkönigin Melanie Gutfleisch (hinten, Mitte) und ihren Prinzessinnen Yvonne Fath (l.) und Alexandra Quick (r.).

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Am Abend begann im Zehntkeller der 433. Mathaisemarkt. Zumindest gefühlt. Ist die Vorstellung der neuen Weinhoheiten doch immer so etwas wie der heimliche Beginn des Weinfestes für die Ehrengäste an den wieder dicht besetzten Tischen im historischen Gewölbe. Wer noch nicht auf Mathaisemarkt eingestellt ist, der ist es spätestens nach diesem Abend der großen Traditionen. Die Jagdhornbläser spielen, die Winzer stellen ihre Weine vor, die scheidenden Weinhoheiten erinnern sich an eine ereignisreiche Amtszeit, und das neue Regentinnentrio tritt erstmals vor größerer Kulisse auf. Dabei wird lecker gevespert. Doch all das ist eben doch nie dasselbe. Jede Rede ist unverwechselbar, jede Weinpräsentation eine Überraschung. Das war dieses Mal nicht anders.

Weinkönigin Sandra Rell und ihre Weinprinzessinnen Sophie Fleck und Almut Krebs grüßten zum vorletzten Mal vor ihrer Abkrönung als höchste Repräsentantinnen des Schriesheimer Weins und ließen die Gäste nochmals teilhaben an ihrer Freude im Amt. Diese drei haben sich glänzend verstanden und Schriesheim auch über die Stadtgrenzen hinaus bestens vertreten. So sah es auch Hansjörg Höfer: "Es war ein wunderschönes Jahr mit Euch", so der Bürgermeister. Jetzt werden ihre Nachfolgerinnen beginnen, in ihre Ämter hineinzuwachsen.

Angeführt vom Vorstandschef der Winzergenossenschaft (WG), Friedrich Ewald, betrat die designierte Weinkönigin Melanie Gutfleisch mit ihren künftigen Weinprinzessinnen Alexandra Quick und Yvonne Fath den Zehntkeller. Die Gäste erhoben sich. Ewald stellte das neue Trio vor, nicht ohne zu bedauern, dass beide scheidenden Prinzessinnen die Krone der Weinkönigin aus beruflichen Gründen ausschlugen. Umso dankbarer war er Melanie Gutfleisch aus Altenbach, der Weinprinzessin der Amtszeit 2009/10, dass sie sich zur Verfügung stellte. Melanies ältere Schwester Sandra war 2007 Weinprinzessin, ihre Tante, Susanne Havemann, Tochter des ehemaligen WG-Geschäftsführers Peter Grüber, war im Jahr 1996 Weinkönigin und zuvor Weinprinzessin.

Übrigens: Anne, die Tochter von Susanne und Bernd Havemann, wird dieses Jahr erstmals kleine Weinprinzessin sein. Auch Flora Sommer, die Tochter von Thomas Sommer und der Krönungsmoderatorin Anne Anton-Sommer, wird ihre Premiere als kleine Hoheit feiern. Dritte in diesem Bunde ist Luisa, die Tochter von Ute und Ralf Gadzali. Sie stand vergangenes Jahr erstmals auf der Krönungsbühne. Auch die 23-jährige Alexandra Quick aus Schriesheim hat hoheitlich-familiäre Wurzeln. Ihre Schwester Daniela war 1998 die "Weinkönigin auf der Kawasaki", Alexandras Cousine Christina, geborene Krämer, trug die Krone im Jahr 2003 und war zuvor Weinprinzessin. So ergibt sich auch Alexandras Bezug zur Winzergenossenschaft, ist ihr Onkel doch WG-Aufsichtsratschef Winfried Krämer.

"WG-Blut" fließt ebenfalls in Yvonne Faths Adern. Die 20-Jährige aus der Schwanenstein-Siedlung ist die Tochter von Anke und Werner Fath, dem langjährigen WG-Winzer. So fügt sich alles. Ewald war überzeugt, dass die künftigen Weinhoheiten die Schriesheimer Winzer bestens vertreten werden. Dann die mit Spannung erwartete erste Rede von Melanie Gutfleisch, die die erste Weinkönigin aus Altenbach überhaupt sein wird. Für jeden an diesem Abend, sagte sie, sei es wohl eine kleine Überraschung, dass keine der amtierenden Prinzessinnen das Amt von Sandra Rell übernimmt: "Aber keine Sorge, ich war genauso überrascht", sagte Melanie.

"Besser spät als nie", habe sie sich bei Ewalds Anruf gedacht. Sie freue sich auf das "ehrenvolle Amt". Sie war überzeugt, gemeinsam mit ihren Prinzessinnen ein "wundervolles Jahr" zu erleben, habe sie doch sehr gute Erinnerungen an ihr eigenes Jahr als Weinprinzessin an der Seite von Katharina Rufer. Zu Weinkönigin Sandra sagte Melanie: "Du hast Deine Aufgabe prima gemeistert, und ich freue mich, in Deine Fußstapfen zu treten." Den scheidenden Weinprinzessinnen gab sie mit auf den Weg, dass die Tür zur Krone der Königin nicht zu sein muss, auch wenn der Beruf erst mal vorgeht: "Vergesst nie: Es gibt immer eine zweite Chance." Das sieht sie an sich selbst.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung