21.02.2012

Bis zu 2200 Liter pro Minute abgepumpt

Schriesheim. (cab) Sieben Einsätze am Wochenende sind die Bilanz der Schriesheimer Feuerwehr. Los ging's am Samstagfrüh um 2.27 Uhr. Aus der Tür des Gasthauses "Rose" in der Talstraße lief Wasser hinaus. Weil die Kameraden niemanden erreichten, mussten sie sich selbst Zutritt verschaffen. Die Ursache des Wasserschadens war ein verstopftes Urinal. Die Feuerwehr drehte die Leitung ab und beendete den Einsatz danach. Doch im Laufe des Samstags ging es weiter - mit einem kleinen Erdrutsch auf der L 536 in Höhe des Altenheimes "Stammberg". Dort war eine geringe Menge Geröll auf die Straße gerutscht, das die Kameraden wegfegten.

Richtig arbeitsintensiv war der Sonntag. Um 9.28 Uhr ging es in die Talstraße. Dort stand in einem Keller auf etwa 30 Quadratmetern das Wasser rund 30 Zentimeter hoch. Die Heizung vertrug das Wasser nicht und war ausgefallen. Die Feuerwehr arbeitete mit Pumpe und Sauger und suchte nach der Ursache. Da das Wasser aus der Bodenplatte des Kellers austrat, wurden auch die Nachbarhäuser begutachtet.

Beim Blick durchs Kellerfenster des leer stehenden Wohnhauses gegenüber trauten die Kameraden ihren Augen nicht: "Der komplette Keller war bis an das Fenster geflutet, und das Wasser strömte noch massiv nach. Die zuständige Wasserversorgungs- und -entsorgungsgesellschaft (WVE) wurde verständigt, um den Hausanschluss abzudrehen. Insgesamt waren zwei Keller mindestens zwei Meter hoch vollgelaufen. Umgehend wurden weitere Kräfte und Material nachgefordert. Eine Tragkraftspritze, eine Schmutzwasserpumpe und mehrere Tauchpumpen holten in der Spitze aus beiden Kellern über 2200 Liter pro Minute.

Das Wasser musste gleichmäßig abgepumpt werden, um die Trennwand zwischen den Kellern nicht zu gefährden. Das alles dauerte zweieinhalb Stunden. Ursache der Schäden war ein defekter Hausanschluss.

Doch das Wasser floss weiter aus Bodenplatten und Seitenwänden. Sobald die Kameraden die Pumpe abstellten, war der Wasseranstieg sogar sichtbar. Jetzt musste schweres Gerät her. Eine Baufirma baggerte außerhalb des Gebäudes auf Höhe des Wasseraustritts den Boden auf und wurde in zwei Metern Tiefe fündig. Der Zulauf wurde mit einer Pumpe samt Schwimmschalter trockengelegt. Dazu Kommandant Oliver Scherer: "Das ganze Erdumfeld der Häuser schien sich vollgesogen zu haben wie ein Schwamm." Nach knapp neun Stunden war der Einsatz erledigt.

Da war die Sicherheitswache für zwei Kameraden im Rahmen des KSV-Kinderfasching in der Mehrzweckhalle noch das Leichteste. Kaum waren alle Einsätze abgeschlossen und alle Feuerwehrleute im Haus der Feuerwehr mit Aufräumarbeiten beschäftigt, kam der nächste Alarm. Um 18.16 Uhr musste die Feuerwehr mit der Drehleiter nach Dossenheim ausrücken - zu einem Brandmeldealarm, der sich als Fehlalarm entpuppte.

Auch am Montag Nachmittag ging es weiter für Schriesheims Blauröcke. Wieder war es ein Wassereinsatz und wieder war ein Wohnhaus in der Talstraße betroffen. Darin stand das Wasser auf 100 Quadratmetern etwa einen Meter hoch. Noch am frühen Abend waren die Kameraden mit dieser Einsatzstelle beschäftigt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung