25.02.2012

Auf dem Festplatz zieht der Rummel ein

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Das Festzelt steht schon, nebendran auch das Gewerbezelt. Dunkel ist es hier, weil die Lampen noch nicht aufgehängt sind. Beim "Göckelesmaier" beginnt der Innenausbau. Trübe Wolken und Stille liegen gestern über dem Festplatz, nur unterbrochen durch metallisches Hämmern in den Zelten, hin und wieder einen Lkw-Diesel oder das rhythmische Warn-Piepsen des Rückwärtsganges eines Lastwagens. Langsam kommt Leben in den Rummel der Schausteller, die mit ihren Buden und Fahrgeschäften ihre Standorte beziehen. Die Vorfreude steigt beim Betrachter. Ab kommenden Freitag wird hier alles farbenfroh leuchten. Auch Musik aus der Konserve und verführerische Düfte werden die Menschen zum Verweilen einladen. Bis dahin ist aber noch viel zu tun.

Marktmeister Fritz Haas ist gestern erst mal genervt von denen, die ihre Autos trotz Parkverbot auf dem Festgelände abstellen. Jedes Jahr ist das so. Haas lächelt darüber hinweg. Er hat ohnehin anderes zu tun: "Mein Handy steht nicht mehr still. Alle wollen was." Die Schausteller wollen wissen, wann sie anrücken können. Sind sie dann da, so muss Haas sie einweisen. Sie kommen mit allen Fragen zu ihm. Derweil steht sein Autoscooter "Number One" noch schön verpackt an seinem Platz.
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Derweil fährt auch Rolf W. Edelmann in seinem unübersehbar blauen Bus vorbei: "Ich habe heute so viel zu tun, da reicht ein Tag gar nicht." BDS-Leistungsschau vorbereiten und nebenbei auch noch arbeiten: Da kommt was zusammen für den Vorsitzenden des Bundes der Selbstständigen (BDS). Zumal er sich am Vortag gesundheitlich etwas schonen musste: "Es ist mörderisch, aber wir schaffen das." Am Samstagvormittag werden die Stände der Gewerbeschau vermessen.

Zeljko Ivic ist auch wieder da. Der Bauleiter des "Göckelesmaier" ist wie immer die konzentrierte Ruhe selbst, obwohl er mit dem Zeltaufbau etwas hintendran ist: "Wir haben im Oktober noch Sommerdiesel getankt", grinst er. Bei minus elf Grad in Schriesheim sind ihm glatt zwei Maschinen eingefroren, also ging vorgestern fast gar nichts. Gestern morgen tauten sie aber wieder auf: " Und jetzt geht's zügig weiter", so Ivic.

Auch für ihn ist es das letzte Jahr auf dem Mathaisemarkt, da sich sein Chef Karl Maier vom Fest zurückzieht. Ob er nicht auch froh sei, ab nächstem Jahr den ganzen Schriesheimer Stress nicht mehr zu haben. "Ich bin seit 1985 hier dabei. Damals war ich gerade 16 Jahre alt. Sie können mir glauben, dass mir was fehlen wird", sagt Ivic. Den Mathaisemarkt, den gebe man nicht einfach so her. Allen falle das schwer, auch Maier selbst. Ivic hofft nur, dass sich mögliche Nachfolger dieses Jahr mal sehen lassen: "Wir haben den Schriesheimern all die Jahre etwas geboten. Das Zelt ist gewachsen. Wir wollen auch, dass es danach gut weitergeht. Sonst ist das für alle schlecht."

Zum verordneten Nichtrauchen im Zelt sagt Ivic: "Wir ziehen da mit, auch wenn die Stadt über die Rechtslage des Landes hinausgeht. Wir werden Schilder aufstellen, und damit ist's gut. Wir machen hier sicher keine Sheriffgeschichten. Im ersten Jahr sollte man das locker fahren." Sprich: Sollte im Festzelt doch mal einer seine Zigarette anstecken, würde er sicher deswegen nicht gleich aus dem Zelt geworfen, sagt Ivic.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung