03.03.2012

Mathaisemarkt: Im BDS-Zelt hat es gebrannt

Von Carsten Blaue
Schriesheim. Das Zelt der Leistungsschau des Bundes der Selbstständigen (BDS) ist stark verraucht. Feuerwehrkommandant Oliver Scherer erkundigt sich vor dem Eingang bei Schriesheims BDS-Chef Rolf W. Edelmann, was er ihm zum Stand der Dinge sagen kann. Sind noch Menschen im Zelt? Es sind wohl noch welche drin, und besonders der Gastro-Bereich sei verqualmt. Es ist der Beginn der gestrigen Mathaisemarkt-Übung der Feuerwehr. Die Kameraden aus Schriesheim, Altenbach und Ursenbach sind alarmiert. Es ist ein Szenario, das sich keiner wünscht. Doch Edelmann ist froh.

"Ich bin der Feuerwehr dankbar, dass sie bei uns übt", sagt er. Er habe bei der Anfrage sofort zugesagt. In Bezug auf das Rote Kreuz (DRK), das wie immer auch dabei ist, weiß Edelmann die Sache besonders gut einzuschätzen, war er doch selbst mal Stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter des DRK-Kreises Mannheim. Neun DRK'ler um Bereitschaftsleiter Kai Zöllner versorgen die vier Verletzten, die die Feuerwehrkameraden aus dem Zelt holen. Insgesamt sind 41 Floriansjünger mit sieben Fahrzeugen an der Einsatzstelle - inclusive Drehleiter zum Ausleuchten, Löschfahrzeugen und Einsatzleitwagen. Das DRK hat drei Rettungswagen dabei.

Es ist paradox: Die Feuerwehr ist quasi nebenan vom Festgelände. Und doch müssen die Kameraden mit den Autos ganz außen herum über die Talstraße, die B 3 und die Zentgrafenstraße, um von Westen her über die Schönauer Straße zum hinteren Zelteingang zu kommen. Das würde im Ernstfall oft schneller gehen als über das Rummelgelände, das voller Menschen sein kann. Von Westen her schaffen sich die ersten Einsatzkräfte unter Atemschutz in den Gastro-Bereich des BDS-Zelts vor, wo das Team des Restaurants "La Perseria" gerade dabei ist, es schön für die Gäste zu machen - so hautnah erleben die wenigsten die Übung.

Die folgenden Kameraden dringen über den nördlichen Nebeneingang vor, alle übrigen über den Haupteingang. Die Personenrettung hat für sie Priorität. Ferner geht es in der ersten Phase um die Erkundung, um dann die geeigneten Maßnahmen ergreifen zu können, etwa die Löschangriffe. Drinnen markiert mitten in der Ausstellung eine Baustellenlampe den Brandherd, den die Feuerwehrleute bei all dem angenommenen Rauch erst mal finden müssen. Eigentlich müssten aber alle Messestände feuerfest sein, lächelt Scherer, der später zufrieden ist mit dem Übungsverlauf: "Dieses Szenario hatten wir im Griff." Bleibt zu hoffen, dass es beim Mathaisemarkt zu keinem Ernstfall kommt - weder für die Kameraden, die Bereitschaft haben, noch für alle anderen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung