14.03.2012

"Schriesheim ist Vorreiter für den Nichtraucherschutz"

Schriesheim. (nam/zg) Schriesheims Grüne blicken mit Genugtuung auf den diesjährigen Mathaisemarkt zurück - vor allem, was das neue Rauchverbot anbelangt. "Endlich machen wir's den Bayern nach", schreibt Dr. Barbara Schenk-Zitsch und freut sich, dass sich der lange Atem ihrer Fraktion gelohnt habe. Schließlich seien die kritischen Stimmen nach dem Mathaisemarkt verstummt.

Ihr zufolge hat Rolf Edelmann, der neue Vorsitzende des BDS und von Anfang an Verfechter des Nichtraucherschutzes, bestätigt, dass das Rauchverbot im Gewerbezelt eingehalten worden sei. Der Weldestand, für den das Rauchen "nahezu überlebenswichtig" zu sein schien, habe keinerlei Umsatzeinbußen zu beklagen. Auch sei der prognostizierte Riesenpulk vor den Eingängen ausgeblieben. Die Polizei habe sich angenehm überrascht gezeigt, wie reibungslos das Rauchverbot in beiden Zelten funktioniere, so Schenk-Zitsch. Und auch Bürgermeister Hansjörg Höfer ziehe nun Bilanz im ersten "rauchfreien" Jahr und mache einen positiven Besuchertrend von Familien in nikotinfreier Festzeltluft aus.

Die Grünen bilanzieren ihrerseits: Die konzeptionellen Änderungen, die wegen des Rauchverbots im Festzelt vom Wirt als erforderlich angesehen und für 2011 "in der Kürze der Zeit" nicht machbar waren, habe der scheidende Festzeltwirt für 2012 perfekt umsetzen können: Es wurden einige Rauchverbotsschilder aufgehängt und keine Aschenbecher auf den Tischen verteilt.

Schenk-Zitschs Fazit: "Der Aufwand für die umfangreichen Recherchen hat sich gelohnt. Schriesheim ist Vorreiter für den Nichtraucherschutz." Der Gemeinderat in Schriesheim habe durch seine Zustimmung zum Antrag der Grünen "den Tabaklobbyisten die Zähne gezeigt" zitiert Schenk-Zitsch aus einem Glückwunschschreiben von Martina Pötschke-Langer vom DKFZ.

Für den Mathaisemarkt 2013 haben die Grünen auch einige Forderungen. Sie sind der Meinung, dass nun, nach dem ersten rauchfreien Fest, im Marktausschuss oder in einer Arbeitsgruppe intensiv darüber nachgedacht werden soll, wie das Fest für die Zukunft attraktiv bleiben kann. "Ich denke, neue, frische Ideen sollten in den Ablauf einfließen und ohne Scheu das Bisherige auf den Prüfstand gestellt werden," so Schenk-Zitsch. Auch müsse der Gemeinderat rechtzeitig in die Vertragsverhandlungen mit dem neuen Festzeltwirt eingebunden werden. "Die Nichtraucherklausel werden wir selbstverständlich nicht vergessen," sagt sie und erinnert sich an den Aufruhr in der Stadt, als die Grüne Liste im Dezember 2010 ein Rauchverbot für Fest- und Gewerbezelt forderte. "Wir wollten mit unserem Antrag lediglich Sorge tragen, dass die Besucher der Zelte, insbesondere Kinder, Jugendliche, Schwangere und das Gastronomiepersonal künftig vor den Schadstoffen des Tabakrauches durch Passivrauchen geschützt werden," resümiert die grüne Stadträtin. Doch Festzeltwirt Karl Maier, BDS, Feuerwehr, Bürgermeister Hansjörg Höfer und die Mehrzahl der Gemeinderäte hatten große Bedenken, sei es wegen der Durchsetzung des Rauchverbots, einem Raucherpulk im Freien oder einer Hinwegsetzung über gesetzliche Bestimmungen. Befürchtungen, die letztlich nicht eingetreten sind.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung