10.04.2012

Zicklein sorgen für Verzücken

Hirschberg/Schriesheim. (hil) Die Buren-Ziegen haben Nachwuchs bekommen. Wer hinter Leutershausen den Weg zum Obsthof Volk einschlägt, sieht auf der linken Seite ein eingezäuntes Grundstück, auf dem die kleinen Ziegen grasen und an den aufgetürmten Bergen von Ästen oder Sträuchern knabbern. Tannenbäume bevorzugen sie besonders und lassen kaum etwas übrig.

Viele Radler bleiben mit ihren Kindern stehen und verfolgen gebannt, wie die kleinen Ziegen herumtollen oder bei ihrer Mutter an den Zitzen saugen. Es sind allerdings keine normalen Ziegen, sondern so genannte Buren-Ziegen, deren Rasse zurück auf die Hottentottenziegen geht, die afrikanische Bantu-Stämme auf ihrer Wanderung in das südliche Afrika mitgebracht haben.

Durch Kreuzungen mit Ziegen aus Europa und den holländischen Kolonialgebieten Indiens und Ostasiens fällt die eigentliche Geburtsstunde dieser Rasse in die frühen 40er Jahre. Seit 1975 wird diese Rasse auch in Deutschland gehalten und züchterisch bearbeitet. Der Schwerpunkt der Burenziegenzucht liegt übrigens in Baden-Württemberg. Der Schriesheimer Landschaftsgärtner Fridolin Scharm züchtet seit einigen Jahren diese Rasse mit gutem Erfolg. Kein Wunder, dass die Kinder stehen bleiben, die Lämmer streicheln und sich köstlich amüsieren, wenn diese sehr zutraulich sind. Wenn sie dann noch von ihnen gefüttert werden dürfen, freut das die Kinder besonders.

Die Körperfarbe der Burenziege ist weiß, am Kopf und Hals ist sie braun, bisweilen mit Scheckungen am Rumpf. Gelegentlich gibt es aber auch einfarbig dunkelbraune Tiere, wie bei Fridolin Scharm. Die Burenziege hat eine breite Brust und eine fleischige Rückenpartie, die Ramsnase und die herabhängenden langen Ohren sind typisch und die Hörner sind nach hinten geschwungen.

Diese Rasse hat eine hohe Fruchtbarkeit, gute Muttereigenschaften und ist sehr ruhig. Eine Ziege kann bei guter Haltung innerhalb von zwei Jahren drei Ablammungen erreichen mit meistens zwei Lämmern. Sie besitzen nicht wie andere Ziegenrassen den typischen Ziegengeruch und sind deshalb auch wegen ihres guten Fleischgeschmacks sehr beliebt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung