10.04.2012

Die Eier waren ganz schnell ausverkauft

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Wenn Roland Eils sagt, dass das Ostereierrennen nach dem Mathaisemarkt das zweitgrößte Fest der Weinstadt ist, dann ist das nur teilweise als Scherz zu verstehen. Denn das Rennen, das heuer zum sechsten Mal stattfand, hat sich tatsächlich mit den Jahren zu einer Großveranstaltung gemausert. 1200 Plastikeier zu je einem Euro, um die 80 Sponsoren, die Preise gespendet haben, ein Verein als Veranstalter (der Förderverein des Kindergartens "Kinderschachtel", dessen Stellvertretender Vorsitzender Eils ist), mehrere Partyzelte, Kinderschminken, Dutzende Biergarnituren, Kaffee und Kuchen, ein Karussell und ein Preisausgabe-Stand: Das sind die Fakten des Ostereier-Rennens.

Davon abgesehen, ist die Veranstaltung alles andere als eine trockene Angelegenheit: Zumindest für die Eltern, die mit Gummistiefeln und Rechen ausgerüstet im Wasser stehen, um hängen gebliebene Eier wieder einzusammeln und auf die "Rennstrecke" zurückzubringen. Diese Strecke ist der Kanzelbach zwischen Ölmühle und der Brücke am Eiscafé Ferrario, und sie hält eine Menge Steine, Pflanzen oder andere Hindernisse bereit, an denen die Eier hängen bleiben.

Die bei weitem nasseste Stelle befindet sich kurz hinterm Start, wo der Bach über das alte Rad der Ölmühle nach unten stürzt. Hier stehen zwei Väter in Regenkleidung. Die hilft allerdings nicht viel, denn als alle 1200 Eier vorbeigeschwommen sind, sehen die beiden aus, als hätten sie eine Dusche bekommen.

Den Startschuss gibt traditionell Bürgermeister Hansjörg Höfer, der einen der beiden prall gefüllten Eierkörbe zum Start bringt. "Für mich war leider kein Ei mehr da, sie waren schon alle ausverkauft", gibt er zu Protokoll, bevor er mit großer Ernsthaftigkeit seines Amtes waltet. "Eins, zwei - und drei!", zählt er gemeinsam mit Kindern und Eltern, die das Geschehen dicht gedrängt auf dem Kanzelbachsteg verfolgen. Ein lautes Platschen, und schon schwimmen die Eier. Erst liegt Ei 492 in Führung, dann wird es überholt von der Nummer 180: Unmöglich, bei so vielen Plastikeiern die Übersicht zu behalten.

Schnell leert sich der Kanzelbachsteg, die Zuschauer verfolgen den weiteren Verlauf des Rennens dort, wo der Kanzelbach wieder aus seiner Verdolung auftaucht. Viele feuern "ihre" Nummer an. Leider belassen es nicht alle dabei: Kurz bevor die ersten Eier in der Röhre verschwinden, wirft ein Junge eine Handvoll Eier ins Wasser. Bevor ihn jemand zur Rede stellen kann, macht sich der Schummler aus dem Staub.

Am Ziel erwartet schon eine Menschenmenge die Eier. Als erstes geht Nummer 883 ins Ziel. Sein Besitzer darf sich über einen Kindergeburtstag im Hallenspielplatz "Jump Inn" in Ladenburg freuen. Andere gewinnen Digitalkameras, aber auch die Trostpreise können sich sehen lassen: Da gibt es Rucksäcke, Mäppchen, Fischertechnik-Flugzeuge und anderes.

Nach dem Zieleinlauf geht der Spaß weiter: Für die Kleinsten auf dem Kinderkarussell, für die Eltern bei Kaffee und Kuchen oder mit dem Aussuchen der Preise. Der Erlös der ganzen Veranstaltung, berichtet Eils, kommt dem Kindergarten zugute: "Wir wollen ein Spielzeug für den Außenbereich anschaffen, vielleicht eine hölzerne Wipp-Figur." Zum Schluss gibt es noch Unterhaltung für alle: Die Kinder der Eintracht-Volkstanzgruppe unter Leitung von Sandra Hölzel und Michaela Brand erfreuen ihr Publikum mit schönen Tänzen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung