09.05.2012

Im Tunnel geht′s voran - davor auch

Von Carsten Blaue

Schriesheim. In der Lärmschutzwand längs der künftigen Zufahrt zum Branichtunnel am Baugebiet "Nord" klafft noch eine 50 Meter lange Lücke zwischen der Brücke in der Schönauer Straße und der B 3, die jetzt geschlossen werde, wie Stadtbaumeisterin Astrid Fath mitteilte. Die Bohrpfähle seien schon gesetzt. In drei bis vier Wochen soll der Schallschutz komplett sein. Direkt im Anschluss an die Brücke wurden drei Gabionen, also Steinkörbe, installiert. Der Rest der fehlenden Wand wird aus Eichenholz-Elementen aufgebaut; im Herbst soll sie begrünt werden.

Durch die Lärmschutzwand sollen auch die Lastwagen nicht mehr so laut zu hören sein, die zur Baustelle des Branichtunnels gehören. Die Hauptröhre, in der später der Verkehr rollt, ist - Stand gestern Mittag - schon 156 Meter lang, der Fluchtstollen 150 Meter. Das teilte Volker Staudacker von der Bauleitung gestern auf RNZ-Nachfrage mit.

Der Vortrieb geht unvermindert voran. Tag für Tag gibt es vier Sprengungen im Haupttunnel, drei im Rettungsstollen. Pro Detonation werden bis zu sieben Lastwagenladungen Granit aus dem Berg gesprengt. Die Arbeiten folgen einem festen Rhythmus. Nach der Sprengung wird das Gestein abtransportiert, was in der Fachsprache der Mineure "schuttern" heißt. Danach wird das freigesprengte Tunnelstück und vor allem die Decke mit stahlbewehrtem Spritzbeton gesichert. Anschließend werden schon die Bohrlöcher für die nächste Sprengladung in den Tunnelquerschnitt, die "Ortsbrust", gesetzt.

Auch am künftigen Ostportal des Branichtunnels im Schriesheimer Tal gehen die Arbeiten unvermindert weiter. Am Nordhang weisen die gerodeten Flächen darauf hin, wo der Tunnel mal aus dem Berg kommen soll. Hier, zwischen Kling-Malz und Hotel "Scheid", ist zudem schon gut die neue Verkehrsführung zu erkennen, die die Talstraße an den Tunnel und an die L 536 in Richtung Odenwald anschließen wird. Die Rampe für den Autoverkehr ist fast fertig. Sie wurde im sogenannten "Berliner Verbau" hergestellt, einem Verfahren, das erstmals in den 1930er Jahren bei Berliner U-Bahn-Bau verwendet wurde. Daher der Name. Dabei wird eine Trägerbohlwand aufgebaut. Vertikale Stahlträger werden dafür im Abstand von bis zu 2,50 Metern im Boden versenkt. Danach werden Holzbohlen horizontal zwischen die Stahlträger gelegt. Für die Modellierung der Rampe wurde auch Material vom Westportal des Branichtunnels verwendet.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung