19.05.2012

Sckerl verspricht Sanierung der Talstraße

Sckerl verspricht Sanierung der Talstraße

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Straßenbau, Windenergie, Gemeinschaftsschule: Das waren einige der Themen, die Bürgermeister Hansjörg Höfer gestern mit Uli Sckerl besprach. "Wir müssen wissen, ob es segensreich oder Mist ist, was wir machen", begründete der Grünen-Landtagsabgeordnete seinen Besuch bei der Schriesheimer Verwaltung.

Höfer erinnerte bei dieser Gelegenheit an die Talstraße und hoffte, sie möge einen Platz in der Landes-Prioritätenliste zum Straßenbau finden. Nach der Fertigstellung des Tunnels soll nämlich aus der bisherigen Landes- eine Ortsstraße werden. "Bisher war es üblich, dass das Land eine Straße saniert übergibt, nachdem sie heruntergestuft wurde", so Höfer. "Sie können davon ausgehen, dass die Talstraße in saniertem Zustand übergeben wird", versprach Sckerl. Allerdings mit einem Haken: "Die Straße soll ihren Durchgangscharakter verlieren." Das bedeute Verkehrsberuhigungsmaßnahmen. "Die Anwohner und der BDS müssen dafür so schnell wie möglich einbezogen werden", verlangte Grünen-Stadträtin Gisela Reinhard. Auch das versprach Sckerl eingedenk der Tatsache, dass auch andernorts Gewerbetreibende nach solchen Baumaßnahmen einen Verlust von Kundenverkehr fürchteten.

Mit einem neuen Straßen-Charakter könnte für die Anwohner auch eine Sanierung ihrer Häuser interessant werden, weshalb die Stadt versuchen will, für die gesamte Talstraße die Förderung eines Landesprogramms zu erhalten. Bisher ist die Talstraße nur bis zur Höhe Jakob-Riehl-Siedlung im Landessanierungsprogramm. Im nächsten oder übernächsten Jahr komme das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats, erklärte Höfer: "Dazu brauchen wir noch Vorlaufzeit." Bisher werde dort die Förderung gut angenommen, erklärte das Stadtoberhaupt weiter.

Weniger begeistert reagierten die Bürger bislang beim Thema Windkraft. "Wir müssen die Bevölkerung dafür sensibilisieren und versuchen, die ästhetischen Vorurteile gegenüber den Windrädern zu beseitigen", meinte Sckerl und wurde konkreter: "Wir brauchen entlang der Bergstraße zehn Standorte."

Wobei an einem Standort auch mehr Räder stehen könnten als nur eines. Immerhin solle der Anteil der Windenergie an den Primär-Energiequellen bis 2020 von derzeit 0,8 auf mindestens zehn Prozent steigen. "Und die verbesserte Technologie macht bisher unrentable Lagen attraktiv", erklärte Sckerl. Auch er hatte zu diesem Thema eine Forderung: "Wir erwarten, dass die Kommunen mitmachen."

Mitmachen sollen sie am besten auch bei der Gemeinschaftsschule. Wo Sckerl in den Umlandgemeinden bereits Interesse an der neuen Schulform ausmachte, wurde das Thema im Schriesheimer Gemeinderat unlängst vertagt. Ende des Jahres, so Höfer, komme es möglicherweise noch einmal auf die Tagesordnung und betreffe dann frühestens das Schuljahr 2014/15: "Der Informationsbedarf des Gemeinderats ist sehr hoch. Wir müssen das erst einmal nicht-öffentlich diskutieren."

Rundum Zufriedenheit herrschte dagegen beim Thema Kleinkindbetreuung: 600 000 Euro beträgt der Landeszuschuss. "Ohne ihn würde die Stadt finanziell ausbluten", so Höfer. 350 Millionen Euro gibt das Land pro Jahr dafür aus, in den nächsten Jahren soll der Betrag auf 400 000 Euro aufgestockt werden, plus weitere 50 000 Euro für die Sprachförderung.

Ein weiterer Beitrag des Landes dürfte die Befürworter der Schulsozialarbeit freuen. "Da ist das Land in die Finanzierung zurückgekehrt", so Sckerl. Die Kommune müsse allerdings entscheiden, inwieweit ihre Schule ein sozialer Brennpunkt sei.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung