04.07.2012

Am 21. Juli wird der neue Bahnhof gefeiert

Von Karin Katzenberger-Ruf

Schriesheim. Letzter Lückenschluss beim neun Kilometer langen, zweigleisigen Ausbau der OEG-Linie entlang der Bergstraße: Planmäßig soll in Schriesheim am Samstag, 21. Juli, von 10 bis 14 Uhr, ein Eröffnungsfest am neuen Bahnhof über die Bühne gehen. Am Wochenende schoben Arbeiter vor Ort die letzte Nachtschicht. "Jetzt können die Anwohner wieder ruhig schlafen", so Bürgermeister Hansjörg Höfer bei einer abschließenden Baustellenbesichtigung mit Stadtbaumeisterin Astrid Fath und Vertretern der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV).

"Wir sind genau im Zeit- und Kostenplan geblieben", bekräftigte Projektleiterin Doris Vogt. Ingesamt wird die "längste Baustelle der Region" mit 59,4 Millionen Euro zu Buches schlagen, wobei die Förderung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) mit 40 Millionen Euro gut zwei Drittel der Gesamtkosten deckt. Was ist nun speziell in Schriesheim passiert?

Dort entstand zum Beispiel eine neue Busanfahrtsstelle. Da die Haltestelle außerdem um ein paar Meter weiter nach Süden verlegt wurde, gibt es dort seit einigen Wochen auch eine neue Fußgängerampel an der B 3. Fahrradständer oder neudeutsch: eine "Bike&Ride"-Station wird demnächst noch installiert.

Autofahrer müssen sich noch etwas gedulden. "Park&Ride"-Plätze werden erst im Zuge der weiteren Baumaßnahmen auf dem Gelände entstehen. Und was geschieht mit der Unterführung? Diese ist über und über mit Graffiti beschmiert. Irgendwelche Verschönerungsmaßnahmen sind bisher allerdings nicht geplant.

Einen Kiosk wird es auf dem Bahnhof nicht mehr geben. Wer schnell eine Fahrkarte braucht, muss diese also aus dem Automaten ziehen oder zum Kiosk am Hotel "Zur Pfalz" gehen. Und das war der bisherige Bauverlauf in Schriesheim: Vom 9. bis 20. Februar fand laut Protokoll der Rückbau des gesamten ehemaligen OEG-Bahnhofsgebäudes statt.

Die Arbeiten begannen mit dem Ausräumen und Entkernen der Gebäude. Gleiches geschah danach mit der Werkstatthalle und dem Bürokomplex. Die Fassaden entlang der Bahnlinie wurden nachts abgetragen. Schließlich sollte der Öffentliche Nahverkehr so wenig wie möglich gestört werden. Auch der Keller war zurückzubauen - und schließlich der Bauschutt abzutransportieren.

Ohne Pause gingen die Arbeiten bis Anfang Mai weiter. Da begann der Umbau des ehemaligen OEG-Bahnhofs, wobei zunächst die alten Gleise und Bahnsteige entfernt wurden. Neue Gleise, neue Fahrleitungen und neue Signalanlagen standen danach im Bauprogramm. Ebenso die Erneuerung der Fahrbahn im Bereich der Bushaltestellen.

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Im Mai und im Juni gab es jeweils ein "Sperr-Wochenende" - und die Fahrgäste mussten auf den Schienenersatzverkehr ausweichen. Für den 31. Juli kündigt die RNV den Abschluss der Maßnahme an. Ein paar Restarbeiten bleiben dennoch. So sollen bis voraussichtlich Ende September die neuen Gleise noch "nachgestopft" und der Mittelstreifen begrünt werden.

Aus Sicht der RNV sind nach dem zweigleisigen Ausbau der OEG-Strecke die Bahnübergänge sicherer geworden, ebenso die Abbiegespuren auf der B 3. Von der "Optimierung des Individualverkehrs durch neue Signal- und Ampeltechnik und deren Verknüpfung" ist in der Auflistung ebenfalls die Rede. Allerdings nicht, dass es dazu mehrere Anläufe brauchte. Besonders in Weinheim und Hirschberg lief die Sache zum Ärger der Verkehrsteilnehmer lange nicht rund.

Wenn Ende Juli der neue Fahrplan in Kraft tritt, dauert die Fahrt zwischen Heidelberg und Weinheim einige Minuten weniger als bisher.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung