09.07.2012

Kleiner - und (noch) feiner?

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Die Stimmung ist ein wenig gedrückt bei den Organisatoren von "Schriesheim jazZt". "Vorhin haben wir erfahren, dass der 'Kaiser' nicht mitmacht", sagt Jochen Wähling. Der Vize-Vorsitzende des Kulturkreises (KKS) ist erstmals für die Organisation des kleinen Schriesheimer Jazzfestivals zuständig, das in diesem Jahr in seine achte Runde geht und wie in den Vorjahren bei der Abwicklung vom Verkehrsverein unterstützt wird.

Der Hof des Restaurants "Kaiser" sollte die achte Station beim jazzigen Rundgang durch Schriesheims Altstadthöfe sein, behielt sich aber eine Entscheidung über seine Teilnahme etwas länger vor. Jetzt also die Absage, die bedeutet, dass es in diesem Jahr sieben Spielorte gibt statt neun wie im Vorjahr.

Auf der Bühne im evangelischen Kirchgarten wird das "JPR-Projekt" stehen, eine waschechte Schriesheimer Combo, zusammengesetzt aus Musikern der "Honeywell Bouncers", von "Fahrenheit" und der "Strada Montana Bigband", die mit diesem Band-Experiment zeigen wollen, wie groß der Anteil des Jazz auch an späteren Musikstilen ist. Die Gastronomie übernahm bis vergangenes Jahr das "Kaffeehaus"-Team, dieses Mal wird dafür Christiane Majer sorgen.

"Wir sind aber nach wie vor Spielort", sagt "Kaffeehaus"-Geschäftsführer Andreas Knoth und meint das Lokal am Stadtbrunnen, wo in diesem Jahr die "Hardt-Stompers" ihren Auftritt mit Dixie haben werden. Südlich angehaucht ist hier auch das Speisen- und Getränkeangebot: Spanische Salate, Tapas, Serranoschinken und San-Miguel-Bier stehen auf der Speisekarte, die die Wirtsleute speziell auf "Schriesheim jazZt" zugeschnitten haben. Erfrischen kann man sich außerdem mit Cocktails wie Aperol Spritz, Caipirinha oder "Hugo".

Persische Spezialitäten gibt es vom Team der "Perseria" im Hof der Küferei Hauser, dazu wird die Band "Witchcraft" um die bekannte Bassistin Lindy Huppertsberg aufspielen. Das "Jutta-Brandl-Quartett" ist einige Schritte weiter in der Oberstadt zu hören: Die Jazz-Vokalistin und ihre Band treten im Diehm-Hof auf. Wer hier die Bewirtung übernimmt, steht noch nicht fest.

"Die Veranstaltung heißt ja 'Schriesheim jazZt', und deshalb wollen wir auch gerne die Schriesheimer Gastronomie einbinden", sagt Wähling, der schon einen guten Ersatz angepeilt hat. In unmittelbarer Nachbarschaft, dem Platz vor dem Fanfarenzugkeller, ist diesmal die "Hot Shot Blues-Band" zu hören, deren Name Programm ist. Eigenständige Blues-Interpretationen im Electric Chicago-Stil sind das Markenzeichen der gut gelaunten bayerischen Band. Die Bewirtung lag hier bis zum letzten Jahr in den Händen von "Pfalz"-Wirt Jürgen Opfermann, der jedoch schon frühzeitig seinen Rückzug ankündigte. Jetzt finden die Besucher hier das Weingut Jäck.

Am größten Spielort, dem unteren Schulhof vor dem Zehntkeller, wird auch das größte Ensemble an diesem Abend zu hören sein: die SRH-Bigband mit mehr als 20 Mitgliedern. Deren musikalische Vorlieben sind breit gestreut: neben Jazz auch Swing, Funk, Rock und lateinamerikanische Musik. Die Winzergenossenschaft serviert dazu frische Sommerweine, Grauburgunder oder Sauvignon Blanc. Im Hof des "Goldenen Hirsch" bekommt man mediterrane Salate im Glas und zur Abrundung Tiramisu. Die Musik, das "Borelli-Trio plus", kommt aus Mannheim. Die Band wird sich mit Bossa Nova oder Bebop beschäftigen, aber auch originelle Interpretationen klassischer Musik spielen.

In der evangelischen und katholischen Kirche beginnt übrigens auch diesmal wieder der musikalische Rundgang: die Gospelchöre "Heaven's Gate" und "Preacherman's friends" eröffnen "Schriesheim jazZt" gegen 18.30 Uhr.

Info: "Schriesheim jazZt" am Samstag, 14. Juli, 18 Uhr Eröffnung am Stadtbrunnen mit den Gospelchören, gegen 18.30 Uhr Gospelkonzerte in beiden Kirchen. Ab 20 Uhr Jazz in den Höfen, und das alles zu einem Preis. Eintrittsarmbänder gibt es für 15 Euro im Vorverkauf in der RNZ-Geschäftsstelle, in Utes Bücherstube, im Laden der Winzergenossenschaft sowie bei allen beteiligten Winzern und Gastronomiebetrieben. Karten kosten an der Abendkasse 20 Euro. Jugendliche, Auszubildende und Studenten zahlen generell fünf Euro.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung