16.07.2012

Gospelchöre machten den Auftakt

Schriesheim. (kaz) Na, geht doch. Vielleicht hat der Sonnensturm die Wolken weggeblasen? Beim siebten "Schriesheim jazZt" hatte der örtliche Kulturkreis als Veranstalter dann doch den Joker gezogen.

Bei der Eröffnung vor dem Alten Rathaus verkündete der Vorsitzende Albert Kesseler: "Keine Band hat abgesagt." Derweil lautete das Lob von Bürgermeister Hansjörg Höfer: "Das geht hier alles ehrenamtlich über die Bühne, von der Stadt bekommt niemand Geld." Beim Jazzfestival haben längst Gospelchöre ihren festen Platz. "Heaven's Gate" aus Ludwigshafen und "Preacherman's Friend" gaben auf der Bühne eine gemeinsame Kostprobe, ehe sie das Publikum zum jeweils einstündigen Konzert in die katholische und in die evangelische Kirche einluden. Beide Chöre sind jeweils um die 30 Mann und Frau stark. Leiter von "Heaven's Gate" ist Alexander Mudrow. Der Chor, der sich aus einem lockeren Singkreis bildete und seit 1999 ein Verein ist, hatte einige Traditionals auf dem Programm, aber auch einige Arrangements, etwa den Titel "I'll be there for you". Ein Jahr älter als der Chor aus Ludwigshafen ist jener aus Mannheim, der 1998 in der Marktkirche mitten in der Stadt entstand. Chorleiter Stefan Groß sagt: "Wir haben ein vielfältiges Repertoire. Darunter auch Samba-, Hiphop- und Rap-Gospel." Das Publikum hat also, wie so oft an dem Abend, die Qual der Wahl. Aber es geht ja beides. Eine halbe Stunde Gospel in der katholischen Kirche und eine halbe Stunde in der evangelischen. Die Gotteshäuser liegen schließlich nah beieinander. Wie überhaupt alle Spielstätten. Kurz nach der Eröffnung lagen besagte Spielstätten im schönsten Abendlicht. Allerdings sah es irgendwie so aus, als wollten die Grüppchen, die da gemütlich an Tischen und Bänken zusammen saßen, ihren Standort gar nicht so schnell wechseln. "Des hedd isch net gedenkt...," meinte ein Besucher angesichts des Wetters, das immer besser wurde.

Von oben gab's mehr und mehr "Blau", und nicht nur Einheimische entdeckten die schönsten Ecken der Stadt. Etwa den "Diehm-Hof", in dem der Kulturkreis die Bewirtschaftung selbst übernahm und wo das Jutta-Brandl-Quartett für die Musik sorgte. "Ein wirklich nette Veranstaltung, nicht überlaufen, gutes Preis-Leistungsverhältnis" so das Urteil einer Weinheimerin, die zusammen mit ihrem Partner nach Schriesheim gekommen war. Etwas Vergleichbares kannte sie bisher nicht. Auf alle Fälle will sie "die Runde machen" - und ihr gemütliches Plätzchen in der "Oberstadt" nach der ersten Musikrunde erst mal aufgeben. Die Musik bei "Schriesheim jazZt" begann stets zur vollen Stunde. Einkalkuliert war zudem eine Viertelstunde Pause für den Ortswechsel.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung