18.07.2012

An den Ideen schieden sich die Geister

Von Carsten Blaue

Schriesheim. An den Gestaltungsideen von Manfred M. Fischer für das neue Entrée des Zehntkellers schieden sich im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) am Montagabend die Geister. Die SPD begrüßte die Vorschläge des Schriesheimer Architekten, die Grünen fanden sie gar nicht schlecht, die Freien Wähler (FW) konnten sich mit ihnen dagegen nur schwer anfreunden, und die CDU äußerte sich zu Gestaltungsfragen noch gar nicht. Unstrittig war nur der Sanierungsbedarf der Dachterrasse und der Wände am Unteren Schulhof.

Wasser von allen Seiten hat die Baustruktur marode gemacht, gerade auch statisch. Also müssen das Flachdach und die Mauern abgerissen und neu aufgebaut werden. Fischers Gestaltungsideen dazu versteht auch Bürgermeister Hansjörg Höfer lediglich als Denkanstoß für die geplante Bürgerbeteiligung: "Sie sind auch nicht auf Vereinbarkeit mit der Altstadtsatzung geprüft". Höfer ist bezüglich der Gestaltung von Türen und Vordächern weiter skeptisch. Fischer schlägt hier viel Glas vor.

Paul Stang (CDU) nannte die Sanierung "unstrittig", bei der Gestaltung müsse man aber flexibel bleiben. Bewerten wollte er die Entwürfe nicht, unterstützte aber den Wunsch der Winzergenossenschaft (WG), den Eingang zu ihrem Lager durch einen zwei Meter tiefen Vorbau zu vergrößern. Zumal die WG am Standort bleiben wolle. Gisela Reinhard (GL) fand Fischers Entwürfe als Denkanstoß gelungen. Sie vermisste aber einen größeren Wurf: "Was ist mit einem barrierefreien Zugang zum Zehntkeller? Es ist ein öffentliches Gebäude, das ja auch vermietet wird. Da muss man an die Infrastruktur denken." Überhaupt müsse man ebenfalls darüber reden, was im Inneren der Gewölbe zu machen sei. Höfer räumte das ein. Frühestens zum Jahresende wolle er die Diskussion darüber beginnen, wie der Zehntkeller künftig genutzt werden soll, aber: "Da müssen wir möglichst viele Akteure mitnehmen, der Zehntkeller ist mit Emotionen besetzt."

Schon beim OEG-Areal habe man positive Erfahrungen damit gemacht. Daher sei es auch hier eine gute Idee, die Bürger in die Überlegungen einzubinden, sagte Jutta Becker (FW). Zumal sie von den vorliegenden Ideen nicht überzeugt war. Jetzt sei sie gespannt, so Becker, was bei der Bürgerbeteiligung herauskomme. "Sehr gut" fand die Pläne dagegen Karl-Heinz Schulz (SPD). Gleiches gelte für die vorherigen Abstimmungen mit der WG. Gerade mit Blick auf das Stadtjubiläum 2014 müsse das Entrée des Zehntkellers "passen", so Schulz, der sich mit Blick auf die Kosten tolerant zeigte: "Wenn man so etwas macht, dann muss man auch Geld in die Hand nehmen." Die Stadt geht von 400 000 Euro aus.

Info: Die Bürger können die Entwürfe zur "neuen Kelterhalle" online einsehen. Ihre Ideen können sie bei der Stadt per E-Mail bis 9. September an planordner@bauamtschriesheim.de einreichen.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung