20.07.2012

Polizei spart auch in Schriesheim Benzin

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Insgesamt 371 Delikte verzeichnete das Polizeirevier Weinheim in seiner 2011er-Kriminalstatistik für Schriesheim. Ein Rückgang der "Rohheitsdelikte" von 46 im Jahr 2010 auf 36 im letzten Jahr und von Körperverletzungen auf 25 (34 im vorangegangenen Jahr) stimmte den Gemeinderat positiv, dem Horst Scharbert, Stellvertretender Revierleiter in Weinheim, die Zahlen am Mittwoch vortrug.

Dem standen auffallend viele Einbrüche und Diebstähle gegenüber, bei denen es die Täter vor allem kleine Gegenstände abgesehen hatten. Scharbert hatte auch eine Warnung für Bauherren. "Elektrokabel sind mittlerweile sehr begehrt", erklärte er und warnte davor, Buntmetall auf Baustellen liegen zu lassen.

"Gibt es eine Häufung von Delikten am Mathaisemarkt?", wollte GL-Stadträtin Gisela Reinhard wissen. Scharbert bejahte das, soweit es um Körperverletzungen, Wohnungseinbrüche oder Sachbeschädigungen ging, bei Verkehrsunfallfluchten gebe es allerdings keine statistische Häufung zur Zeit des Volksfestes.

Anselm Löweneck (CDU) erinnerte an die Sachbeschädigungen geparkter Autos in der Bismarckstraße und forderte die Ordnungshüter auf, durch vermehrte Streifen Präsenz zu zeigen. Auch die Fraktionssprecher von SPD und Freien Wählern, Rainer Dellbrügge und Heinz Kimmel, zeigten sich überzeugt von der Präventionswirkung, die der Anblick von Polizeifahrzeugen habe. Die Antwort Scharberts war erstaunlich: Wegen Vorschriften zur Einsparung von Benzin würde es nicht mehr Streife-Fahrten geben: "Deshalb wird sich da nicht viel ändern."

In eine ganz andere Richtung zielte die Bemerkung von Bürgermeister Hansjörg Höfer, der sich über Fund-Fahrräder Gedanken machte: "Wir haben jedes Jahr zwischen 50 und 80 Fund-Räder, die von niemandem abgeholt werden. Vermisst die keiner?"

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung