10.08.2012

Ab November will "Bouwfonds" bauen

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Rund die Hälfte der 45 geplanten Wohnungen seien schon reserviert, sagt Antonius Kirsch. Der Stuttgarter Niederlassungsleiter des Immobilienentwicklers "Bouwfonds" war gestern im Rathaus zu Gast, um das erste der beiden Wohnquartiere vorzustellen, die der Bauträger auf dem OEG-Areal an der Schillerstraße verwirklichen möchte. Dafür investiert das Unternehmen rund zwölf Millionen Euro.

Geht es nach Kirsch, dann wird ab November auf dem 3450 Quadratmeter großen Gelände gebaut. Der Aushub für Tiefgarage und Keller soll dann schon erledigt sein. Bis Ende des Jahres will "Bouwfonds" die Bodenplatte legen. Insgesamt ging Kirsch von einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten aus. Demnach, so der Niederlassungsleiter, wären die Wohnungen im Mai 2014 bezugsfertig: "Das ist machbar." Das Grundstück sei gekauft, und die Pläne würden zur Genehmigung bereits beim Landratsamt und bei der Stadt liegen, sagte Kirsch.

Eigentlich hätte "Bouwfonds" lieber zuerst das nördliche, gut 4000 Quadratmeter große Baugrundstück in Verlängerung der Bahnhofstraße vermarktet, dessen Kauf derzeit vorbereitet werde, so Kirsch: "Aber da steht ja noch der alte Raiffeisenmarkt". Dennoch ging Kirsch davon aus, dass sein Unternehmen Mitte kommenden Jahres auch mit der Vermarktung der Wohnungen im Norden beginnen werde. Das hänge allerdings zunächst vom Vermarktungserfolg der jetzt geplanten Wohnungen ab.

Sie werden auf sieben Häuser aufgeteilt und haben entweder drei Geschosse plus Dachgeschoss oder - im Übergang zum geplanten neuen H+G Markt ganz im Süden - zwei Geschosse plus Dachgeschoss. Die Wohnungen sind zwischen 60 und 130 Quadratmetern groß und haben zwei bis vier Zimmer. Unter den Häusern sollen 60 Tiefgaragen-Stellplätze entstehen, dazu kommen Parkplätze im Freien.

Energetisch sollen die Immobilien einen KfW-Effizienzhaus-Standard 70 erreichen. Wärme für alle Wohnungen kommt von einer zentralen Pelletsheizung, die im Keller unter dem nordöstlichen Haus eingebaut werden soll - samt Pelletslager. Der Lärmschutz zwischen den Häusern an B 3 und Bahn wird durch verglaste Loggien gewährleistet. Die Innenhöfe sollen begrünt werden, Kinder sollen hier Platz zum Spielen haben.

Apropos Kinder: Die Kinderkrippe des Trägervereins "Postillion", die im südöstlichen Haus des Quartiers eingerichtet wird, habe "Bouwfonds" von Anfang an begrüßt, so Kirsch. Er berichtete, dass die potenziellen Wohnungskäufer keine klare Präferenz für eine bestimmte Wohnungsgröße oder Lage äußern würden: "Das Interesse geht querbeet." Auch die Nachfrage für Erdgeschosswohnungen sei heute wieder größer. "Im Grunde ist es aber auch eine Preisfrage", so Kirsch. Laut Expertisen liegt der Quadratmeterpreis bei bis zu 3000 Euro. Vor Ort lässt "Bouwfonds" die Wohnungen von Gerhard F. Becker von der Schriesheimer IMC Immobilien GmbH vermarkten.

Die kommunalpolitischen Diskussionen hatten die Planung zwar verzögert. "Aber das passt alles noch", so Kirsch. "Es war ein normaler Findungsprozess", so Stadtbaumeisterin Astrid Fath. Ein wichtiger, zumal es ein Konversionsprojekt dieser Größenordnung noch nie in Schriesheim gegeben habe.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung