16.08.2012

Erdölsuche geht in die heiße Phase

Rhein-Neckar. (ze) Die Vorbereitungen für die seismischen Untersuchungen des Untergrundes zur Erkundung von möglichen Erdölvorkommen zwischen Hirschberg, Mannheim und Hemsbach nehmen konkrete Züge an. Laut einer gestern verbreiteten Mitteilung des Unternehmens Rhein Petroleum sind bereits seit einigen Wochen Mitarbeiter der Firma GEO-Service K. Bittner GmbH in der Region unterwegs, um mit sämtlichen Behörden, Grundstückseigentümern und Pächtern zu sprechen und die notwendigen Zugangs- und Wegenutzungsrechte zu klären.

Mit der sogenannten Einmessung von Punkten im Gelände, an denen Erdmikrofone ausgelegt werden sollen beziehungsweise an denen die Vibrationsfahrzeuge zur Erzeugung von Schwingungen anhalten, beginnt die nächste Vorbereitungsphase. Die Einmessung geschieht von Hand nach einem vorher festgelegten Plan mit Hilfe von GPS-Daten. Pflöcke mit gelben Bändchen beziehungsweise gelben Markierungen zeigen an, wo ab September Erdmikrofone die seismischen Wellen aus dem Untergrund auffangen sollen. Rote Markierungen oder Pflöcke mit roten Bändchen kennzeichnen die Stellen, an denen die Vibrationsfahrzeuge Schallwellen in den Boden senden werden.

Bereits in dieser Woche beginnen die Arbeiten zwischen Hirschberg, Ladenburg, Heddesheim sowie in Mannheim auf der Gemarkung Straßenheim. In der kommenden Woche werden die Mess- und Markierungsarbeiten in Viernheim und Weinheim fortgesetzt. Per Hand werden anschließend die über lange Kabel miteinander verbunden Erdmikrofone ausgelegt. Anfang September startet Rhein Petroleum schließlich in dem Lizenzgebiet "Weinheim" mit den eigentlichen seismischen Untersuchungen.

Als bewährtes Messverfahren wird die sogenannte Vibroseismik angewandt, die speziell dafür entwickelt wurde, um auch in bebauten Gebieten seismische Untersuchungen vorzunehmen. Hierzu fahren geländegängige, lasterähnliche Spezialfahrzeuge die Messstrecke ab und halten an den festgelegten Punkten. An diesen Stellen werden durch das hydraulische Absenken einer Bodenplatte für bis zu 16 Sekunden Schallwellen in den Untergrund gesendet, die von den Gesteinsschichten reflektiert werden und so wieder an die Erdoberfläche zurück gelangen. Die Reflexion dieser nicht hörbaren Schallwellen wird von den Erdmikrofonen aufgezeichnet und direkt an einen Messwagen geleitet.

Mehr zum Thema
Die Messungen dauern nur wenige Minuten
Suche nach Erdöl: Die Region wird aufgerüttelt
Die Erde ist heiß

Insgesamt wird ein rund 75 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Hirschberg, Heddesheim, Hemsbach, Weinheim bis zur A 67 bei Viernheim auf diese Weise bis etwa Mitte November untersucht. Mit den gesammelten Daten kann eine dreidimensionale Karte des Untergrunds erstellt werden, anhand derer Experten Hinweise ableiten können, ob Erdöl im Untergrund vorhanden ist.

Die Vorgehensweise bei den seismischen Untersuchungen demonstriert zudem die Firma Rhein Petroleum am 1. September in Viernheim. Auf dem Parkplatz am Haupteingang des Waldstadions im Lorscher Weg werden Unternehmensmitarbeiter um 14 Uhr die Technik der 3-D-Seismik erläutern.

Info: Weitere Informationen zu den seismischen Untersuchungen sind im Projekt- und Informationsbüro zwischen 8 und 18 Uhr in der Alfred-Nobel-Straße 14 in Viernheim oder telefonisch unter 0151 / 40 00 24 16 oder 0160 / 23 10 16 4 zu erhalten.

Copyright (c) rnz-online

Autor: Rhein-Neckar-Zeitung