13.09.2012

Acht Keller liefen voll

Schriesheim. (sk/cab) Das große Unwetter brach am Dienstag auch über Schriesheim herein. Und sorgte bei der Schriesheimer Feuerwehr für reichlich Arbeit. Während aus Altenbach und Ursenbach nicht "Land unter" gemeldet wurde, hatten die Kameraden in der Kernstadt gleich acht Einsatzstellen zu bewältigen. "Wir hatten es vor allem mit vollgelaufenen Kellern zu tun", bilanzierte Feuerwehrkommandant Oliver Scherer im RNZ-Gespräch. Eigentlich konnten sich seine Feuerwehrleute in den vergangenen Tagen auch so schon nicht über zu wenig Beschäftigung beklagen - erinnert sei nur an den defekten Abflusshahn an einem Ölgemischtank der Firma Kling-Malz (wir berichteten). Nun auch noch das Wasser: "Das Gewitter war wirklich der Höhepunkt", so Scherer. Zum ersten Einsatz wurden die Ehrenamtlichen am Dienstag um 16.19 Uhr gerufen, zum letzten um 21.18 Uhr. Dazwischen gab es Arbeit nonstop. Los ging's mit Wasser in Haus und Hof einer Adresse in der Schillerstraße. Das Finale dann in einem Haus in der Zentgrafenstraße. Hier stand das Regenwasser auf rund 60 Quadratmetern etwa zehn Zentimeter hoch. Mit Wassersauger und Tauchpumpe schafften die Kameraden Abhilfe - wie den ganzen Nachmittag schon bei ähnlichen Szenarien. Schwerpunkte seien die Keltenstraße und der Dreißig-Morgen-Weg gewesen. Gerade in Letzterem seien volle Keller ein "sensibles Thema". Scherer erinnerte an ähnliche Vorkommnisse in den vergangenen Jahren. Das Wasser sei hier auch dieses Mal aus den Kanälen gekommen.
Unter Scherers Leitung wurde im Haus der Feuerwehr eine Einsatzleitung eingerichtet. Man konnte ja nie wissen, wie dicke es kommt. Unterm Strich blieb die Menge der Einsätze dann aber doch überschaubar, wovon sich auch Bürgermeister Hansjörg Höfer und sein Stellvertreter, Anselm Löweneck, persönlich überzeugten.
"Völlig problemlos", schrieb Scherer zudem in seinem Bericht, "arbeitet die Entwässerung im Bereich der Rebflurbereinigung. Hier gab es keinerlei Auffälligkeiten." Scherer ergänzte im Gespräch: "Dass sich auf den Weinbergwegen das Wasser sammelt, war immer schon so." Daher gebe es ja die neuen Einläufe, Rinnen und Sammelbehälter. Wichtig sei gewesen, dass die Wohngebiete unterhalb der Rebhänge nicht betroffen sind. Die Straßen kamen aber doch nicht ganz so glimpflich davon. Sturzfluten in den Rinnsteinen und schlammbraune Bäche brachte ihnen das Gewitter. Und das eben nicht nur an den Weinbergwegen.
Im Großen Mönch wurde eine Kanalabdeckung hochgedrückt, vor den Gullys staute sich das Wasser. Oberhalb des Steinschleifenwegs wirkte der Feldweg während des Unwetters wie ein Bachbett, das eine Menge schlammbraunes Wasser bis in die Wohnstraßen transportierte. Bis über die Kreuzung wurden Schlamm und Kieselsteine über die gesamte Straßenbreite verteilt.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung