18.09.2012

Ja zu "Hirsch" und Hofladen

Schriesheim. (cab) Das Gasthaus "Goldener Hirsch" bekommt im Foyer zum Festsaal im ersten Obergeschoss einen Raucherraum. Dafür werden neue Wände eingezogen. Der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) stimmte dem Vorhaben gestern zu. Das Anwesen gehört Peter Bausback ebenso wie das denkmalgeschützte Haus daneben mit der Adresse Heidelberger Straße 5. Das will Bausback sanieren und umbauen. Die Gerüste stehen schon.

Zu den Wohnungen im Obergeschoss soll ein weiteres Treppenhaus führen. Die Fenster zur Heidelberger Straße hin sollen gemäß der Altstadtsatzung erneuert werden. Im Dachgeschoss sind Gauben vorgesehen - ebenfalls ein Fall für die Altstadtsatzung. Ob sie hier eingehalten wird, konnte der ATU nicht erkennen, da es Abweichungen von Grundrissplanung und Ansichten gab und der Architekt nicht rechtzeitig zur Sitzung für planerische Klarheit sorgen konnte.

Das stieß Paul Stang (CDU) auf: "Da hab' ich ein ungutes Gefühl. Wenn's drängt, muss ein Architekt eben auch mal Überstunden machen." Die CDU enthielt sich komplett. Bürgermeister Hansjörg Höfer warb um Verständnis: "Der Denkmalschutz hat alles verzögert. Wir werden aber sicher nicht übergangen." Gisela Reinhard (Grüne) sah das genauso und hatte mit der Zustimmung kein Problem: "Wir bestehen ja auf die Einhaltung der Vorgaben. Und diesen Beschluss kann man nicht einfach umgehen."

Mit dem Rückenwind des Bauausschusses können die Jäcks den Neubau ihres Hofladens samt Brennerei auf ihrem Aussiedlerhof anpacken. Ihr Anwesen samt alter Verkaufsstelle in der Ladenburger Straße haben sie verkauft. Der neue Laden soll noch im Spätjahr fertig werden (siehe RNZ vom 16. August). Laut Planung wird er gut 16 auf acht Meter groß, dazu kommt eine Diele mit den Maßen 6,45 auf 4,20 Meter. Im Dachgeschoss soll es ein Lager geben. Östlich davon ist die Brennerei samt Tank und Vorraum geplant. Stang freute sich über den Tagesordnungspunkt. Der Nachwuchs zur Weiterführung des Betriebs sei da, man könne ohne Bedenken zustimmen. Schließlich würden hier Produkte aus eigenem Anbau verkauft, nickte Heinz Waegner (Grüne), und Dieter Knopf (FW) sah die Unterstützung für einen Familienbetrieb, in dem es weitergehe.

Zur Kenntnis nahm das Gremium, dass es auf dem OEG-Areal langsam ernst wird. Immobilienentwickler Bouwfonds hat die Bauanträge für seine ersten sieben Wohnhäuser im südlichen Quartier eingereicht und bleibt im Rahmen der Festsetzungen des Bebauungsplans.

Einmütige Zustimmung gab es schließlich auch für die Innensanierung der evangelischen Kirche in Schriesheim. Die denkmalgeschützte Empore soll verkürzt werden, die wesentlichste Änderung. Zudem ist Helligkeit gefragt, gebrochene Weißtöne sollen in Anlehnung an Befunde aus der Phase um 1899 dominieren. Wann die Sanierung beginnt, ist aber fraglich. Es kann nächstes Jahr werden, zumal das Denkmalamt noch kein grünes Licht gegeben hat. Und so lange können die Architekten nicht die Ausführungsplanung in Angriff nehmen. Ursprünglich sollte die Sanierung schon Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, doch der Zeitplan geriet immer wieder in Verzug.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung