04.10.2012

"Das müssen wir in Abschnitten machen"

"Das müssen wir in Abschnitten machen"

Die Planung für den zweiten Teil der neuen Altenbacher Ortsmitte rund um den Vorplatz der evangelischen Kirche. Plan: Stadt Schriesheim

Von Carsten Blaue

Schriesheim-Altenbach. Rund 335.000 Euro hat der neue Schulhof in Altenbach gekostet. 220.000 Euro steuerte die Stiftung von SAP-Mitbegründer Hasso Plattner bei, der in Altenbach wohnt. 80.000 Euro gab das Land über sein Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). Geht es nach Verwaltung und Gemeinderat, dann wird auch der komplette zweite Abschnitt zur Neugestaltung der Ortsmitte rund um die evangelische Kirche im Rahmen des ELR-Programms gefördert. Die Stadträte votierten nun dafür, dass die Stadt bis 31. Oktober einen entsprechenden Folgeantrag stellt.

Eine Förderung im nächsten Jahr ist dadurch aber nicht garantiert. Sie wäre jedoch hilfreich, zumal das ELR nicht nur kommunale Projekte stützt, sondern auch private Investitionen ins Wohn- und Arbeitsumfeld sowie in die Sicherung der Grundversorgung. Allerdings machen die Bürger davon wenig Gebrauch: "Bitte keine Berührungsängste", sagte Stadtbaumeisterin Astrid Fath daher.

Es geht dem Land mit dem ELR generell um die Stärkung von Orten in strukturschwacher Umgebung. Schriesheim selbst will seinen Ortsteil durch die neue Ortsmitte attraktiver machen. Im Falle des zweiten Bauabschnittes würde das wohl insgesamt 1,1 Millionen Euro kosten. "Es ist ein großer Schritt nach vorne in der Gestaltung Altenbachs. Aber das können wir nicht auf ein Mal stemmen. Das müssen wir in Abschnitten machen, wofür sicher jeder Verständnis hat", meinte Bürgermeister Hansjörg Höfer. Zudem müsse erst die Evangelische Gemeinde mit ihrem Kirchenumbau fertig sein, so Höfer: "Vorher würde die Sanierung des Vorplatzes ja gar keinen Sinn machen." Der Altenbacher Ortschaftsrat hatte erst kürzlich über die Pläne für den zweiten Teil der neuen Ortsmitte beraten (RNZ vom 20. September). Fath wiederholte die wesentlichsten Bestandteile: Anbindung der Kirche an den Platz über eine Treppe, ein Wasserlauf, Sandsteinquader zum Verweilen, gelbes Betonpflaster von der Schule bis zur Sparkasse, die Verschiebung der Ampel Richtung Rathausstraße und dadurch Platz für acht neue Parkplätze an der Hauptstraße, ferner deren Verschwenkung, um auf der Südseite einen 1,25 Meter breiten Gehweg schaffen zu können. Schließlich sollen die Busse künftig auf der Straße halten: "So nehmen wir Tempo raus", so Fath über den Verkehrsfluss.

Karl Reidinger (CDU) sah gerade darin Probleme. Es gebe mehr Staus und dadurch mehr Abgase und mehr Lärm für die Anwohner. Außerdem sei ein Brunnen besser als ein Bachlauf: "Aber darum geht es ja heute nicht." Selbstverständlich sei man für den Folgeantrag, um die Stadt finanziell zu entlasten, sagte Reidinger, der noch seinen Parteifreund, den hiesigen Landtagsabgeordneten Georg Wacker, würdigte. Schließlich habe dieser großen Anteil daran, dass Altenbach ins ELR-Programm aufgenommen worden sei.

Es sei sinnvoll gewesen, damals den ELR-Antrag vor der Neugestaltung des Schulhofs zu stellen. Auch wenn davon nicht alle überzeugt gewesen seien, so Gisela Reinhard (Grüne). Jetzt gelte es, die Chancen der Förderung weiter zu nutzen. Allerdings sei die Antragsfrist knapp. Reinhard wünschte sich, dass die Bürger ihre Ideen zur neuen Ortsmitte weiterhin äußern.

Altenbachs Ortsvorsteher, FW-Stadtrat Alfred Burkhardt, stellte klar, wohin die Diskussion über Pläne und Gestaltung des zweiten Bauabschnitts gehören: in den Ortschaftsrat. "Sonst könnte ich hier jetzt eine halbe Stunde reden." Doch er machte es kurz. Genauso wie Burkhardt signalisierte Karl-Heinz Schulz für die SPD Zustimmung: "Wir lassen die Altenbacher nicht im Regen stehen." Für das Prozedere sei der Ortschaftsrat zuständig. Auch die Bürger sollten die Chancen des ELR nutzen, so Schulz. Wolfgang Renkenberger (FDP) hatte schließlich das gemeinsame Ziel ausgemacht: dass die Ortsmitte Gestalt annehmen soll.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung