04.10.2012

Hände weg von diesem "Teufelszeug"

Von Stefan Hagen

Schriesheim. Ambrosia - das klingt zunächst einmal harmlos, ja fast betörend. Aber hinter diesem prosaischen Namen verbirgt sich ein richtiges "Teufelszeug". Denn Korbblütler der Gattung Ambrosia - Beifußblättriges Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie - haben unangenehme und sogar gefährliche Eigenschaften.

So löst eine Berührung mit der Pflanze bei Menschen Juckreiz und Hautrötungen aus, und für Allergiker ist Ambrosia eine wahre Heimsuchung. Die Pollen, die bis weit in den Oktober hinein aktiv sind, können sogar zu Asthma führen. Und da zur Blütezeit der Beifuß-Ambrosie die meisten allergieauslösenden Pflanzen bereits verblüht sind, verlängert sich die Beschwerdezeit vieler leidgeprüfter Allergiker bis weit in den Herbst hinein.

Die Beifuß-Ambrosie besitzt das weltweit stärkste Pollenallergen. Dadurch können beim Menschen allergische Erkrankungen der Atemwege (Heuschnupfen, Atembeschwerden, Asthma) und der Haut (Kontaktekzem) hervorgerufen werden. Weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen sind unter anderem Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen.

Die Pflanze taucht immer wieder mal auch im Rhein-Neckar-Kreis auf. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, fühlt sich Ambrosia offenbar auch in den hiesigen Gefilden pudelwohl. "Im vergangenen Jahr gab es im Rhein-Neckar-Kreis zwei Funde", erläutert Kreissprecher Berno Müller. Jetzt sind größere Ambrosia-Bestände erstmals auch in diesem Jahr entdeckt worden - und zwar in Schriesheim an der Bergstraße. Dort hat man umgehend reagiert und sofort Mäharbeiten veranlasst.

"Funde dieser Pflanze sollten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg gemeldet werden", empfiehlt der Kreissprecher. Dort werden die Fundstellen dokumentiert, eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Eindämmung dieser Pflanzenart in Deutschland.

Info: Weitere Informationen über die Pflanze, wie man sie richtig entfernt und wie man die Ausbreitung eindämmen kann, gibt es unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de. Hier kann auch ein Infoflyer heruntergeladen werden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung