04.10.2012

Wird es ein Festzeltwirt oder eine Festzeltwirtin?

Von Carsten Blaue

Schriesheim. Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am 24. Oktober entscheiden, wer neuer Festzeltwirt beim Maá †thaisemarkt wird. Aus dem Kreis der vier Bewerber sind nur noch die Betriebe Küffner-Hof aus Langenbrettach (Landkreis Heilbronn) und Hamel-Zelt aus Mannheim übrig geblieben. Sie werden sich dem Marktausschuss am 17. Oktober vorstellen. Das Gremium wird in dieser Sitzung eine Empfehlung an den Gemeinderat abgeben. Das teilte Bürgermeister Hansjörg Höfer am Dienstag auf RNZ-Anfrage mit.

Vor dem diesjährigen Mathaisemarkt hatte Festzeltwirt Karl Maier mitgeteilt, dass er für das Schriesheimer Volksfest künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Seit dem Jahr 1982 hatte die Stuttgarter Firma "Göckelesmaier" ihr Festzelt alljährlich in Schriesheim aufgebaut. Maiers Rückzug galt als Zäsur.

Er begründete seinen Abschied mit der Notwendigkeit, sich unternehmerisch auf die boomenden Feste vor der eigenen Haustür konzentrieren zu müssen. Etwa den Cannstatter Wasen, der am 28. September begann und noch bis 14. Oktober dauert. Hier hat Maiers Zelt rund 3800 Plätze. Zum Vergleich: Auf dem Maá †thaisemarkt konnte er 1500 Gäste bewirten.

Um Maiers Nachfolge in Schriesheim bewarben sich nach einer Ausschreibung im Schausteller-Fachblatt Komet insgesamt vier Betriebe. Einer davon schied sofort aus, da sein Konzept nicht zum Maá †thaisemarkt passte. Blieben Küffner, Hamel und die Hahn Zelte GmbH aus Windsheim, die im März von BDS-Chef Rolf W. Edelmann ins Spiel gebracht worden war. "Hahn hat aber inzwischen abgesagt", so Höfer. Hahn weite seine Aktivitäten auf einem anderen Fest aus und habe keine freien Kapazitäten. Da waren's nur noch zwei. "Die beiden Bewerber kennen unsere Anforderungen und Erwartungen, auch in Bezug auf das Programm im Festzelt", sagte der Bürgermeister. Ein "Festzelt-Gremium" des Marktausschusses hatte sich die Bewerber bei der Arbeit angesehen - Küffner-Hof am 29. Juli auf dem Wertheimer Altstadtfest, wo die Firma nach eigenen Angaben allerdings nur mit Schwenkgrill und Getränken vertreten war, und Hamel-Zelt beim Dürkheimer Wurstmarkt am 8. September.

Die Festzeltbewirtung ist nur ein Standbein im Unternehmen Küffner-Hof, zu dem neben einem Reiterhof mit Pferdepension auch ein Landhotel gehört. Die Reithalle auf dem weitläufigen Gelände wird auch für Events genutzt, etwa Konzerte. Die Ursprünge von Küffner-Hof liegen in der Landwirtschaft. Im Jahr 1981 musste der heutige Geschäftsführer und Inhaber Hans-Peter Küffner den elterlichen Betrieb im Alter von nur 21 Jahren übernehmen. Sein Vater war früh verstorben. Der junge Landwirtschaftsmeister stieg danach erst ins Pferdegeschäft ein und folgte dann seiner Neigung, dem Eventmanagement. Die Landwirtschaft wurde dafür nach und nach aufgegeben. Daneben wuchs der Gastronomiezweig im Unternehmen, das unter anderem auch die Michaelismesse in Wertheim beschickt. Dagegen ist die Firma Hamel-Zelt schon seit ihren Anfängen ein reines Festzeltunternehmen. Inge Hamel hat sich Anfang dieses Jahres zur Ruhe gesetzt und die Verantwortung an die neue Festzeltwirtin Ilona Böhm übergeben. Diese war zuvor 20 Jahre lang Mitarbeiterin und rechte Hand von Inge Hamel gewesen. Catering und Zeltverleih sind inzwischen weitere Zweige des Mannheimer Festzeltbetriebs.

Wer wird also das Festzelt aufbauen, in dem am Freitag, 1. März 2013, der 434. Mathaisemarkt mit der Krönung der Weinhoheiten eröffnet wird? Hamel oder Küffner? Die Vorentscheidung fällt in vierzehn Tagen im Marktausschuss.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung