09.10.2012

Die Stammkunden kommen

Von Stephanie Kuntermann

Schriesheim. Knapp ein Jahr ist es her, als der Wochenmarkt von der Heidelberger Straße in die Kirchstraße umzog. Letzten November mit Ständen und Musik eingeweiht, hat sich der Markt mittlerweile integriert ins Ortsgeschehen. "Es ist allerdings nicht mehr so viel los wie am Anfang", hat BDS-Vorsitzender Rolf W. Edelmann bemerkt.

Die Kundschaft sieht es anders: "Ich gehe regelmäßig hier einkaufen", sagt etwa Cornelia Thomsen, die findet, dass der Markt sehr gut nach Schriesheim passt. Einen Wunsch hätte sie: "Ich könnte mir hier gut etwas Kunstgewerbliches vorstellen." Dann wendet sie sich wieder dem Sortiment von Sabri Baskaya zu: Oliven, Schafskäse und frische, selbst gemachte "Gözleme" bietet er an, Letzteres ist eine Art Blätterteig-Pfannkuchen, gefüllt mit Weichkäse, Gewürzen und frischem Spinat.

"Das Geschäft geht so, wie das Wetter ist", sagt der Frankenthaler. Momentan ist es trocken, aber verhangen, immer wieder schlendern Kunden vorbei. Manche bleiben beim Blumenstand stehen, lassen sich vom Kimmel'schen Sortiment inspirieren oder gehen gezielt einkaufen, etwa Gunda Kupfer, die gerade frisches Gemüse beim Obsthof Jäck ordert und gern noch an anderen Wochentagen einen solchen Markt hätte.

"Ich war früher eine der schärfsten Gegnerinnen der Verlegung", sagt Ute Thurner, die mit ihrem Verkaufsstand für Eier und Käse schon vor dem Historischen Rathaus stand und sich nicht vorstellen konnte, dass die Verlegung funktioniert. "Jetzt weiß ich es besser", sagt sie, gesteht aber zu, dass es jetzt am Samstag etwas ruhiger ist als sonst: "Vermutlich wegen der Brückentage."

Sie könnte sich noch einen Fisch-Stand gut vorstellen, ansonsten ist sie mit dem Sortiment zufrieden. "Der Puten-Wagen war ein ganz großer Gewinn", lobt sie. Gemeint ist der "Weilerhöfer Bauernladen", der nicht nur seine beliebten Puten-Wiener anbietet, sondern aktuell auch selbst gemachte Krautwickel und Sauerkraut. Nebenan bei der Rimbacher Metzgerei bekommt man Maultaschen aus eigener Herstellung und Hausmacher Wurst, auf der anderen Seite bietet der Käseladen Spezialitäten wie Koch- und Handkäse oder französische Fassbutter an. Beim Mushof bekommt man die passenden Marmeladen zum Käse: Kirsche mit Amaretto, Pfirsich mit Sekt und andere Sorten, die man auch probieren kann. Unterdessen wird es am Stadtbrunnen etwas lebhafter. Eine Besuchergruppe der VHS bekommt gerade eine Stadtführung, und ein Marktbesucher scherzt: "Warum kommen sie nicht hierher? Der Markt ist doch auch schon fast eine Sehenswürdigkeit."

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung